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Frankfurter Geschäfts-Bericht : Auf und zu, von hier nach dort

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Frühlingserwachen: Der britische Herrenausstatter Hackett zieht an die Goethestraße Bild: Wonge Bergmann

Bewegte Zeiten: Jack Wolfskin und Möbel Frick ziehen um, Oxfam eröffnet in Sachsenhausen – dort, wo Buchhändler Naacher keine Zukunft mehr sieht. An der Goethestraße laufen derweil die Vorbereitungen für Hackett. Ein Geschäfts-Bericht.

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          Frick zu Mensing

          Andreas Textor, Geschäftsführer des Einrichtungshauses Frick, streicht am Goetheplatz die Segel. Er zieht mit seinen Designmöbeln (Vitra, USM, Zanotta, Cassina) in die etwas größeren Räume der Galerie Mensing an die Kaiserstraße, gegenüber der Europäischen Zentralbank. Seit bekannt ist, dass ein Projektentwickler am Goetheplatz Großes vorhat – die Häuserzeile aus der Nachkriegszeit soll in eine Ladenzeile mit Luxusgeschäften und Büros umgebaut werden –, ist es ungemütlich geworden an der Ecke. Das Porzellangeschäft Rosenthal am Eingang zur Goethestraße hat schon im Sommer 2010 den Rückzug angetreten. Die Schaufenster sind plakatiert: „Hier entsteht das neue Goetheplaza“. Frick geht jetzt vorzeitig mit „kleiner Abfindung“ – eigentlich wäre der Mietvertrag erst 2014 ausgelaufen. Als Umzugstermin ist der 1. April ins Auge gefasst. Spätestens Ende Juni muss Frick draußen sein.

          Escada bei Miele

          Bereits geschlossen sind die Geschäftsräume von Escada an der Ecke Rathenauplatz/Freßgass’, wo im Frühjahr das Einrichtungshaus Zara Home Deutschland-Premiere feiern wird. Vorübergehend ist Escada um die Ecke an die Große Bockenheimer gezogen, in die Räume von Miele Küchenwerk. Der Schriftzug muss noch ausgetauscht werden.

          Jack Wolfskin zieht an der Neuen Kräme um

          Golfino statt Hitparade

          Geschäftsleben gibt es wieder in der ehemaligen Boutique Hitparade an der Freßgass’. Das Traditionsgeschäft wurde aufgeteilt. In die eine Hälfte ist die Kette Golfino, die alles für Golfspieler hat, gezogen. Die Filiale an der Goethestraße wurde aufgegeben. In der anderen hat Alexander Desch ein Geschäft für Damenmode, Lemli Moden, eröffnet mit mittelpreisigen Marken wie Public.

          Lalique statt Jasmin

          Viel passiert ist in jüngster Zeit an der Goethestraße. Die inhabergeführte Boutique Jasmin am oberen Ende der Luxus-meile hat zum Jahresende geschlossen. Wie zu hören ist, wird der Glas- und Porzellanwarenanbieter Lalique einziehen und damit an die Geschäftsstraße zurückkehren. Erst im vergangenen Frühjahr hatte Lalique gleichzeitig mit Alessa Dessous dem Viertel den Rücken gekehrt. Ein zog vor kurzem die Boutique Allure (Balmin, Givenchi), die bisher an der Schweizer Straße war. Die Patrizia-Pepe-Jeans finden Jasmin-Kundinnen jetzt auch hier.

          „Very British“: Hackett

          Und nebenan kündigt ein Plakat das Frühlingserwachen der britischen Herrenausstatters Hackett London an. Nach München ist es die zweite Deutschland-Filiale. Bei Hackett soll es „very british“ zugehen, wie Szenemagazine berichten. „Hier gibt es vom Polo-Outfit bis zum maßgeschneiderten Anzug alles, was das blaublütige Herz begehrt.“

          Hochhackiges bei Jimmy Choo

          Ein anderes Label aus London ist schon angekommen an der Goethestraße: Jimmy Choo residiert jetzt in den Räumen von Rena Lange. Der Laden glitzert, und auf den Absätzen der Damenschuhe könnte Sarah Jessica Parker („Sex in the City“) kleine Akrobatennummern vollführen.

          Vertu baut um

          Dass Vertu, Anbieter teurer handgeschmiedeter Handys, zurzeit verbarrikadiert ist, hat nichts Schlimmes zu bedeuten. Auch fortan werden Kunden hier noch das passende Mobilfunk-Modell zum Auto oder zur Armbanduhr finden. Kurzfristig werde renoviert, heißt es auf Anfrage. Im Februar sei man zurück, mit einem etwas anderen Konzept.

          Handfestes für die Töngesgasse

          Die Töngesgasse, Kontrastprogramm zur Goethestraße mit Traditionsgeschäften wie Samen Andreas und Wächtersbacher (Kurzwaren), verliert das Geschäft für Erzgebirgische Volkskunst – Inhaberin Ulrike Scheit ist zum Jahresende um die Ecke in die ehemaligen Räume von Blumen-Meister an die Hasengasse gezogen. Hier hat sie etwas mehr Platz, wie sie sagt, und hofft auf mehr Kundschaft in den Sommermonaten, wenn Kunsthandwerk weniger gefragt ist. Nachmieter ist das Bürstenhaus Stiftstraße, das an der Seitenstraße der Zeil mehr als 70 Jahre beheimatet war. Vermutlich von Februar an können die Kunden handgeknüpfte Besen an der Töngesgasse streicheln.

          Goldfischglas ade

          Schlechte Nachrichten vom Oeder Weg. Goldfischglas, das vor allem bei jungen Müttern wegen der Kombination aus Café und Laden beliebte Geschäft – für Kinder gibt es einen Extra-Tisch mit Malbüchern –, sucht einen Nachmieter. Das Geschäft werde in Kürze aufgelöst, heißt es. Die Miete sei sehr hoch. Goldfischglas – eine Mischung aus Mode und Wohnaccessoires – habe sich nicht mehr rentiert. „Und nur vom Kaffeeverkauf kann man nicht leben.“

          Oxfam Nummer drei

          Auch Oliver Naacher gibt zum Ende des Monats seine Buchhandlung an der Schweizer Straße auf. Mit Buchhandel seien die Mieten an der Schweizer Straße nicht mehr zu erwirtschaften, lautet die Begründung. Naacher möchte allerdings gern an anderer Stelle weitermachen. Der Nachmieter steht schon fest. Die Hilfsorganisation Oxfam wird einen dritten Frankfurt-Laden für gespendete Secondhand-Artikel eröffnen, wie der Immobilienberater Jones Lang LaSalle mitteilt.

          Jack Wolfskin zu Hartmann

          Softshell statt Schrauben: Der Outdoor-Spezialist Jack Wolfskin verlässt Ende Januar seinen bisherigen Standort an der Neuen Kräme und zieht ein paar Häuser südlicher in die leeren Geschäftsräume von Eisenwaren Hartmann. Das Fachgeschäft für Heimwerker hatte im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden müssen. Wolfskin bietet der Laden mehr Fläche und die Möglichkeit für ein besseres Konzept, wie es heißt. Einen Nachmieter für das jetzige Geschäft, das sehr verschachtelt ist, gebe es noch nicht.

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