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Frankfurter Flughafen : Neuer Tower am Flughafen

Der Tower am Düsseldorfer Flughafen steht Pate für den Neubau Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Die Deutsche Flugsicherung plant den Bau eines neuen Tower, von dem aus das Geschehen auf dem Airport kontrolliert werden soll. Der vorgelegte Entwurf gefällt der Stadt nicht.

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          Die Deutsche Flugsicherung will am Flughafen einen neuen, rund 50 Meter hohen Tower errichten. Wie Axel Raab, Sprecher des Unternehmens, auf Anfrage bestätigte, soll demnächst ein Bauantrag bei der Stadt eingereicht werden. Der Tower, der in der Nähe der Jumbo-Halle entstehen soll, werde für die geplante Erweiterung des Flughafens durch die neue Landebahn benötigt. Die Nordwest-Bahn wäre vom alten Tower nur schlecht zu überwachen. Der neue Tower solle jedoch erst gebaut werden, wenn das Genehmigungsverfahren für die neue Landebahn abgeschlossen sei.

          Matthias Alexander

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Im Planungsdezernat ist man über das Vorhaben informiert, sieht aber noch „erheblichen Abstimmungsbedarf“. Der Leiter der Bauaufsicht, Michael Kummer, wies darauf hin, daß es sich bei einem Gebäude dieser Höhe und in prominenter Lage in Nähe der Autobahn um eine sogenannte Landmark handele. Für solche herausragenden Gebäude gebe es die klare Vorgabe der Stadt, daß ein Bauherr mehrere Entwürfe in Auftrag geben muß, etwa im Rahmen eines Architektenwettbewerbs.

          Warten auf den Planfeststellungsbeschluß

          Unausgesprochen ist damit klar, daß die Stadt den bisher geplanten Tower ablehnt. Dieser soll, wie Raab bestätigte, den Türmen an den Flughäfen Düsseldorf und Hannover ähnlich sehen. Beide wurden vom Stuttgarter Büro Ondra & Partner entworfen. Die Architektur des mit 84 Meter allerdings deutlich höheren Turms in Düsseldorf ist asymmetrisch und recht expressiv: Eine schlanke Stütze mit angebautem Treppenhaus trägt zwei rechteckige, nach verschiedenen Seiten auskragende Baukörper, auf denen wiederum die Kanzel des Kontrollzentrums untergebracht ist. Die Stadt stört sich offenbar an der ingenieurhaften Konstruktion und fordert eine stärkere Bezugnahme auf die umliegenden Gebäude wie eben die Jumbohalle und den Neubau der Lufthansa-Verwaltung von Ingenhoven.

          Wie Kummer weiter ausführte, kann die Baugenehmigung erst erteilt werden, wenn der Planfeststellungsbeschluß für die Flughafenerweiterung vollziehbar ist. Für die Deutsche Flugsicherung könnte die Zeit dadurch knapp werden. Wie zu hören ist, kalkulieren die Experten mit drei Jahren zwischen dem Baubeginn des Towers und der Inbetriebnahme der neuen Landebahn. Vor allem die Montage und anschließende Erprobung der komplizierten Technik brauche lange Zeit, heißt es.

          Schon für die Startbahn West mußte in den achtziger Jahren ein neuer Tower gebaut werden. Der 70 Meter hohe Turm am Südrand des Flughafengeländes ging 1988 in Betrieb. Die Deutsche Flugsicherung hat Ende vorigen Jahres etliche Aufgaben vom Tower am Frankfurter Flughafen in ihre Zentrale in Langen verlagert. Von dort aus werden die An- und Abflüge kontrolliert. Die Fluglotsen überwachen von dort aus den Nahverkehr des Luftdrehkreuzes, worunter der Luftraum im Umkreis von 60 bis 80 Kilometern um den Flughafen bis zu einer Höhe von 3500 Metern zu verstehen ist. Direkt am Flughafen obliegt dem Tower nur noch die Kontrolle des Airports selbst, etwa Start-, Lande- und Rollfreigaben. Im Jahr 2005 gab es 495.300 Starts und Landungen in Frankfurt.

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