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Frankfurter Flughafen feiert Jubiläum : Nr. 4 zum Fünfundsiebzigsten

Bild: F.A.Z.

Der Flughafen feiert Jubiläum und zugleich den Bau der vierten Bahn. Dass er weiter wächst, bringt Anrainer in Rage. Doch die wirtschaftliche Stärke der Region Rhein-Main ist nicht zuletzt diesem Wachstum in den vergangenen Jahrzehnten geschuldet.

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          Es ist ein Countdown nach Tagen, Stunden, Minuten und sogar nach Sekunden, bis die neue Nordwestlandebahn in Betrieb geht. Nach fast anderthalb Dekaden von der Idee bis zum Bau fiebert die Fraport AG dem Zeitpunkt geradezu entgegen. Der Zähler auf der Fraport-Internetseite steht aus gutem Grund gleich neben dem Hinweis auf das Jubiläum des Flughafen Frankfurts. Denn wenn er abgelaufen sein wird, ist der Höhepunkt eines wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Kraftakts erreicht, wie es ihn in der Geschichte des Frankfurter Flughafens noch nicht gab und wohl auch nicht noch einmal geben wird.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          Ein Großteil dieser Kraft ist dafür aufgewendet worden, es nicht noch einmal zu einer solchen Eskalation der Gewalt kommen zu lassen wie vor 30 Jahren, als es um den Bau der Startbahn 18 West ging. Angesichts dieser dramatischen Vergangenheit markiert das Fest mit Anrainern zur Fertigstellung der Nordwestbahn und zum Jubiläum des Flughafens an diesem Wochenende einen grundlegenden Wandel. Auch diesmal wurde und wird noch immer mit Verve und auch Schärfe gestritten um den Ausbau und die Nachtflüge, aber ohne Gewalt.

          Nachfrage nach Slots über Zahl der Flugbewegungen

          Wie sein Vorgänger Wilhelm Bender, so hat auch der heutige Vorstandschef der Fraport AG, Stefan Schulte, die vierte Bahn stets als Voraussetzung dafür betrachtet, dass Frankfurt im Wettbewerb mit den großen Drehkreuzen der Welt um Passagiere und Fracht weiter erfolgreich konkurrieren kann. Die Nachfrage nach den Slots genannten Zeitfenstern für Start und Landungen liegt für die Spitzenzeiten tatsächlich schon seit Jahren weit über den 83 Flugbewegungen, die derzeit je Stunde möglich sind. Nach dem Ausbau werden es bis zu 126 sein.

          Postkartenmotiv: Eine Super Constellation der TWA und eine Lufthansa-Convair im Jahr 1960 auf dem Frankfurter Vorfeld

          Es geht vor allem um die Verbindungen nach Westen, in die Vereinigten Staaten und nach Südamerika, sowie Richtung Asien, zu den aufstrebenden Wirtschaftsmächten in Fernost (siehe Karte). Gut 50 Prozent der mehr als 53 Millionen Passagiere, die Fraport in Frankfurt derzeit im Jahr zählt, sind Umsteiger, davon wiederum ist ein Großteil auf dem Weg von Osten nach Westen und umgekehrt.

          Flugsteig A-Plus soll 2012 kommen

          Dass die Lufthansa sich entschieden hat, die Wartungshalle für ihre Großraumflugzeuge des Typs Airbus A380 auf ihrer Heimatbasis am Main zu bauen, hat Frankfurt im internationalen Wettbewerb zusätzliche Vorteile verschafft. Der erste Teil der Werft ist 2008 in Betrieb gegangen, der zweite soll bis 2015 stehen. Den Planungen nach wird der Flugsteig A-Plus, der vom Terminal 1 abgeht, schon 2012 eröffnet werden können. Dort wird die Lufthansa vor allem diejenigen Passagiere abfertigen, die mit jener A380-Flotte der Kranichlinie unterwegs sind. Allein dieser Flugsteig erweitert die Kapazität des Flughafen um sechs Millionen Fluggäste.

          Mit dem Terminal 3 im Süden wird die jährliche Kapazität von 56 Millionen auf 81 Millionen wachsen. Ursprünglich sollte dieses Terminal 2015 betriebsbereit sein. Doch die Passagierrückgänge während der jüngsten Wirtschaftskrise veranlassten Flughafenchef Schulte im Herbst 2009 zu verkünden, dass der Bau um bis zu drei Jahre verschoben werde. Dank des unverhofft raschen Aufschwungs nach der Krise, der die Verkehrszahlen wieder rasch ansteigen ließ, heißt es seit März dieses Jahres aber: Baubeginn 2013. Drei bis vier Jahre später soll das erste Terminalmodul gebaut sein.

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