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Frankfurter Flughafen : Börse belohnt Fraport und Lufthansa

Die Lufthansa ist der wichtigste Kunde des Frankfurter Flughafens. Bild: Reuters

Der Ärger um Entgelte und Rabatte am Frankfurter Flughafen überdeckt, dass sich die beiden großen Luftverkehrsunternehmen Hessens in turbulenten Zeiten gut schlagen.

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          Ungeachtet aller geopolitischer Krisen und deren negativer Wirkung auf den Luftverkehr haben Hessens größter Arbeitgeber, die Lufthansa, und Deutschlands größer Flughafen, jener in Frankfurt, in der ersten Hälfte des Jahres die Verkehrs- und Passagierzahlen steigern können. Das belohnte auch die Börse mit Kursgewinnen (Grafiken rechts). Beide Unternehmen lagen in der ersten Hälfte dieses Jahres deutlich über M-Dax (Fraport) und Dax (Lufthansa).

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          Der Flughafenbetreiber Fraport befindet sich damit auf dem Kurs, den der Vorstandsvorsitzende Stefan Schulte unlängst beschrieben hat, als er ein Passagieraufkommen im laufenden Jahr von rund 64 Millionen in Aussicht stellte. Damit nähert sich Frankfurt aber dem absoluten Limit der bisherigen Terminalkapazität, die bei 68 Millionen Passagieren im Jahr liegt.

          In den nächsten Jahren: Verlust von Passagieren

          Auch deshalb hat man sich zum Bau eines Billigflieger-Piers im Süden des Flughafenareals bis 2020 entschlossen, der nach der Fertigstellung des ersten Moduls von Terminal3 mit seinen zwei Fingern quasi als dritter Finger an das Abfertigungsgebäude angeschlossen werden soll. Allein durch die irische Low-Cost-Fluglinie Ryanair als neuem Kunden will Fraport die Passagierzahlen in Frankfurt um bis zu drei Millionen im Jahr steigern. In diesem Jahr rechnen die Frankfurter erst einmal mit einem Plus von rund einer Million Fluggäste durch die Iren.

          Allerdings muss Fraport in den nächsten Jahren auch einen Verlust von Passagieren kompensieren, der dadurch entsteht, dass die Lufthansa fünf ihrer 14 in Frankfurt stationierten Airbus A380 nach München verlagert. Die Großraumflugzeuge mit einer Kapazität von mehr als 500 Sitzen will die Lufthansa in Frankfurt durch fünf Jets des älteren und mit einer Kapazität von rund 300 Sitzen wesentlich kleineren Typs Airbus A340-600 ersetzen. Die Verlagerung der fünf A380 wird damit begründet, dass man mit neuen flexibleren Abläufen das kostengünstigste der vier Drehkreuze des Konzerns – Frankfurt, München, Zürich und Wien – für den Einsatz der Flugzeuge wählen könne. Und Frankfurt sei bis zu 20 Prozent teurer als die anderen Hubs.

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          Bei der Entscheidung dürfte aber auch eine Rolle gespielt haben, dass es in München auf absehbare Zeit keine dritte Landebahn und damit keine neuen „Slots“ genannten Zeitfenster für Starts und Landungen geben wird. Wachstum ist für die Airlines dort also nur mehr „in der Röhre“ realisierbar, sprich: Die Airlines können nur noch dadurch mehr Passagiere befördern, dass sie auf ihren Slots größere Jets einsetzen – etwa den A380 statt des A340.

          Ungeachtet solcher Engpässe kann auch die Lufthansa deutliche Zuwächse melden. Die Konzern-Airlines Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines, Eurowings und Brussels haben allein im Juni 11,98 Millionen Passagiere und damit 18 Prozent mehr als im Juni vor einem Jahr gezählt. Im ersten Halbjahr haben sie zusammen 60 Millionen Fluggäste befördert, mehr als je zuvor, wie es hieß.

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