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Frankfurter Flughafen : Akten zum Ausbau werden noch einmal ausgelegt

2020 wird es laut Prognose rund 700.000 Starts und Landungen in Frankfurt geben Bild: picture-alliance/ dpa

Der Zeitplan für den Ausbau des Frankfurter Flughafens gerät abermals in Gefahr. Wegen der geänderten Luftverkehrsprognose soll noch einmal die Öffentlichkeit beteiligt werden.

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          Der Zeitplan für den Ausbau des Frankfurter Flughafens gerät abermals in Gefahr. Wegen der geänderten Luftverkehrsprognose soll noch einmal die Öffentlichkeit beteiligt werden. Das gab der hessische Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) bekannt. Voraussichtlich im Frühjahr sollen die überarbeiteten Unterlagen in 63 Kommunen der Region ausgelegt werden - in sechs mehr als Anfang 2005. Ob die gesamten, 60 Ordner umfassenden Materialien noch einmal in den Rathäusern den Bürgern zu präsentieren sind, ist offen.

          Helmut Schwan

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ministeriumssprecher Clemens Christmann sagte, man halte weiter daran fest, Ende 2007 über den Ausbauantrag zu befinden. Der Flughafenbetreiber Fraport erwartet, 2010 die geplante Landebahn in Betrieb nehmen zu können. Ausbaugegner sehen es dagegen als unausweichlich an, einen neuen Erörterungstermin anzuberaumen und rechnen mit einer Verzögerung im Planfeststellungsverfahren von einem Jahr. Sie verweisen darauf, daß nach der Offenlegung sechs Wochen Zeit für mögliche neue Einwendungen bleiben. Gegen das Projekt hatten sich nach der ersten Offenlegung rund 127.000 Bürger der Region gewandt, die Erörterungen in der Stadthalle Offenbach hatten sich mehr als ein halbes Jahr hingezogen.

          Neue Zahlen zur Entwicklung des Luftverkehrs

          Rhiel begründete gestern die Entscheidung, die Öffentlichkeit noch einmal zu beteiligen damit, die für das Jahr 2020 vorhergesagte Zahl von rund 700.000 Starts und Landungen am Frankfurter Flughafen führe teilweise zu „neuen oder stärkeren Betroffenheiten“. Einbezogen werden nun auch Bad Vilbel, Bickenbach, Dieburg, Mühltal, Niederdorfelden und Seeheim-Jugenheim.

          Der Flughafenbetreiber Fraport hatte ursprünglich seinen Antrag zum Bau einer neuen Landebahn mit einem für das Jahr 2015 hochgerechneten Bedarf von rund 660.000 Flugbewegungen im Jahr begründet - einem Anstieg zur derzeitigen Belastung von annähernd 30 Prozent. Bei der Erörterung war die Zahl und die Methode der Expertise in Zweifel gezogen worden, das Regierungspräsidium und das Wirtschaftsministerium schlossen sich zum Teil der Kritik an und forderten eine Aktualisierung. Fraport ließ daraufhin das auf Daten aus dem Jahr 2000 basierende Gutachten überarbeiten. Die modifizierte Prognose bestätigte jedoch den Trend im Luftverkehr und den Anstieg am Drehkreuz Frankfurt.

          Anhörungsbericht mit 1800 Seiten

          Die neuen Zahlen wirken sich erheblich auf mehrere Aspekte des Vorhabens aus: Nun muß noch einmal neu abgewogen werden, wie hoch in der Region die Belastungen durch Lärm und Schadstoffe sein werden. Auch gilt es, den Zubringerverkehr über die Autobahnen und mit der Bahn nach den neuen Zahlen zu berechnen. Indirekt knüpft sich an die Luftverkehrsprogose zudem die Erwartung, wie viele Arbeitsplätze der Ausbau des Frankfurter Flughafens mit sich bringen wird - nach einer von Fraport eingereichten Studie bis zu 100.000 neue Stellen, unmittelbar und mittelbar.

          Ende November wird das Wirtschaftsministerium den sogenannten Anhörungsbericht veröffentlichen. Die „wesentlichen Ergebnisse“ der Diskussionen in Offenbach umfassen 1800 Seiten.

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