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Aus dem Frankfurter Geschäftsleben : Auf und zu, von hier nach dort

Vorbei: John Montag im Bahnhofsviertel schließt. Bild: Dieter Rüchel

Kontrastprogramm: Das älteste Spezialgeschäft für Meissner Porzellan, John Montag, schließt nach mehr als 60 Jahren. Neu aufgemacht im ehemaligen Cri-Cri-Haus hat am Donnerstag die amerikanische Modekette Urban Outfitters.

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          Schlussverkauf für Meissner Porzellan

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Eine Familiendynastie geht zu Ende. Karlheinz Montag, Porzellanhändler in dritter Generation, schließt zum Jahresende sein Fachgeschäft für Meissner Porzellan in der Kaiserstraße 41, weil er, wie er sagt, keine Chance auf Verlängerung des Mietvertrages sieht. Damit verliert Frankfurt sein ältestes Geschäft für Meissner und Dresdner Porzellan und eines der schönsten überhaupt. Eingebaute Holzregale und Rundbogenvitrinen, in denen verspielte Rokokofiguren und reich geschliffenes Kristall stehen, strahlen bis heute den Charme der fünfziger Jahre aus. Ein betagter Linoleumboden und üppige Porzellan-Kronleuchter treffen hier kontrastreich aufeinander. Auch wenn die Kaiserstraße ihren Glanz von damals längst verloren hat – bei Touristen und Porzellan-Liebhabern war der Laden, der 1948 vom Vater des jetzigen Inhabers eröffnet wurde, beliebt. Karlheinz Montag führt seit 1993 den Betrieb. Seit gestern läuft der Räumungsverkauf. Meissner Porzellan gibt es zukünftig in Frankfurt nur noch bei Lorey.

          Eröffnungsparty bei Urban Outfitters

          Ein Geschäft der neuen Einzelhandels-Generation hat am Donnerstag sein „Opening“ gefeiert mit Live-Musik und Afterparty: Urban Outfitters. Am Roßmarkt, im ehemaligen Einrichtungshaus Cri-Cri, wurde die zweite Deutschland-Filiale der amerikanischen Kette eröffnet, die weltweit 180 Läden betreibt. Urban Outfitters ist ein Kaufhaus für junge Leute, mit Bekleidung, Accessoires und Geschenkartikeln, das bei Teenagern – es gibt auch einen Online-Shop – ebenso bekannt ist wie die Marken Hollister und Abercrombie & Fitsch. Neben eigenen Labels (Pins & Needles; Kimich & Blue) gibt es Marken wie Anglomania by Vivienne Westwood, Vaudeville and Burlesque, Fred Perry und Cheap Monday. Die Outfitters haben während eines mehrere Monate dauernden Umbaus – acht Wochen war man im Verzug – ordentlich aufgeräumt in den drei Etagen (1300 Quadratmeter). Decken wurden freigelegt, der Putz von den Wänden geklopft, Treppen abgerissen. Und das, was dabei zutage trat, wurde zum Großteil so gelassen. Auch außen zeigt sich die Gründerzeit-Immobilie im neuen Licht. Die Sandsteinfassade wurde gereinigt und teils komplett erneuert.

          Hysterie Affairs nur noch online

          Elegant und feminin, so ist die Mode von Hystery-Affairs, einem Designer-Geschäft, das Christine Staatz aufgebaut hat. Erst vor zwei Jahren war sie mit ihrem Geschäft von der Schillerpassage in die Bethmannstraße in der Nähe des Frankfurter Hofs umgezogen – der vierte Standortwechsel seit der Eröffnung im Jahr 1985. In dieser Woche hat Staatz, die sich selbst als Trendsetterin und -beraterin sieht, ihr Geschäft geschlossen. „Zwischen Hollister und Gucci ist es in Frankfurt nicht leicht zu bestehen“, sagte sie dem Branchenblatt „Textil-Wirtschaft“ zur Begründung. Blusen und Röcke von Labels wie Missoni, Valentino Red, D.Exterior, Roberto Cavalli und Plein Sud wird es zunächst weiterhin im Online-Shop hysterieaffairs.com geben, ebenso Schuhe von Stuart Weitzman oder der hauseigenen Marke Hysteria.

          Gina Tricot neu in Hessen-Center

          Die schwedische Modekette für Damenmode, Gina Tricot, eröffnet an diesem Freitag im Hessen-Center ihr siebtes Deutschland-Geschäft (400 Quadratmeter). Das Sortiment ist preislich vergleichbar mit dem von H&M und richtet sich eher an jüngere Frauen zwischen 20 und 35 Jahren. In Hessen ist es die erste Filiale. Gina-Tricot-Mode wird auch online vertrieben.

          Hängepartie bei Hako und Woolworth

          Die Schuhverkäuferin bei Hako sagt, am 10. September sei Schluss. Der, der es wissen müsste, Leiser-Geschäftsführer Steffen Liebich, äußert sich auch auf Anfrage nicht. Auch die Moritz-Gertler-Gruppe, der das Haus, in dem das Schuhgeschäft untergebracht ist, gehört, zeigt sich zugeknöpft. Wie es heißt, könne Hako unter Umständen doch noch ein paar Wochen länger bleiben. Kurzum: Das Rätselraten um die Zukunft des Schuhhauses Hako an der Zeil 123 geht weiter und damit die Hängepartie für rund 50 Mitarbeiter. Laut Verdi ist noch keinem gekündigt worden. Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan stünden an. Fest steht: Die Gertler-Gruppe hat einen Antrag auf Abriss des Gebäudes bei der Stadt gestellt. Sie plant einen Neubau an dieser Stelle und hatte daher dem Mieter Hako gekündigt. Lange Zeit hatte es geheißen, Hako wolle in die leerstehende Woolworth-Immobilie neben Karstadt ziehen, man hatte dann aber offenbar einen Rückzieher gemacht. Unterschiedliche Aussagen gibt es darüber, ob es überhaupt einen bestehenden Mietvertrag gibt. Fest steht inzwischen auch: Im Woolworth-Haus wird umgebaut. Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu hören ist, gibt es einen Mietvertrag mit einem Unternehmen aus der Textilbranche. Es sei aber nicht sicher, ob der Vertragspartner selbst einziehe.

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