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Gut durch die Krise kommen : Der Segen des Wachstums

Nur Wachstum schafft dauerhaften Wohlstand: Blick auf den Umschlagterminal Frankfurt Ost. (Archivbild) Bild: dpa

Das Wachstum der Rhein-Main-Region in den zurückliegenden Jahren federt den Konjunktureinbruch in beachtlicher Weise ab. Und das ist gut so: Nur eine erfolgreiche Wirtschaft hat das Kapital, um in Umweltschutz zu investieren.

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          Soll eine Wirtschaft wachsen? Wer auf die gegenwärtige Lage der Wirtschaft im Rhein-Main-Gebiet blickt, kann die Frage nur bejahen. Natürlich führt die Corona-Krise zu einem Rückgang der Beschäftigtenzahlen. Für 2021 erwarten die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern des Rhein-Main-Gebiets ein Sinken der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 12400, sehr unschön. Aber wie glücklich können sich die Bewohner dieses Ballungsraumes schätzen, dass dies am Ende einer langen Wachstumsperiode steht, die zunächst einmal zu einem Aufbau von 450.000 Stellen seit der letzten schweren Rezession 2009 geführt hat?

          Das Wachstum der Region in den zurückliegenden Jahren federt den Konjunktureinbruch in beachtlicher Weise ab. Das gilt nicht nur für die Statistik der Arbeitsplätze. Es war auch so, dass in den erfolgreichen Jahren von den Unternehmen und ihren Beschäftigten die Steuern und Sozialabgaben gezahlt wurden, die es jetzt erleichtern, mit der großzügigen Gewährung von Kurzarbeitergeld einen weitergehenden Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern.

          Die Steuerzahlungen erfolgreicher, wachsender Unternehmen und ihrer Mitarbeiter haben auch vieles andere ermöglicht, von einem ausdifferenzierten Netz an Sozialleistungen bis hin zu einem lebendigen Kulturleben. Die Steuereinnahmen Hessens betrugen im Jahr 2010, dem ersten nach der Rezession, keine 15 Milliarden Euro, im vergangenen Jahr aber nahezu 25 Milliarden. Nur Wachstum schafft eben dauerhaften Wohlstand. Und es ist auch nicht so, dass Wachstum per se umweltschädlich ist – ein häufig zu hörender Einwand. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Nur eine erfolgreiche Wirtschaft hat das Kapital, um in Umweltschutz zu investieren.

          So ist es richtig, wenn alles dafür getan wird, dass das Rhein-Main-Gebiet rasch wieder auf den Wachstumspfad einschwenkt, sobald das Land die Corona-Krise im Griff hat. Ulrich Caspar, der Präsident der IHK Frankfurt, hat dafür am Montag zwei Bedingungen genannt: den weiteren Ausbau der Verkehrswege, und zwar der Schienen wie der Straßen, sowie die Schaffung weiteren Wohnraums. Der Überdruss eines Teil der Bevölkerung bei diesen Themen mag nachvollziehbar sein. Doch die Alternative, eine dauerhaft schrumpfende Wirtschaft, kann niemand wollen. Es gibt genügend Ballungsräume, wo sich derlei besichtigen lässt. Schöner ist es dort nicht.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

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