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Frankfurt : Hart an der Grenze: das Hessen-Center

Schön ist anders: Der Eingang mit der Waschbetonfassade kann ein Update vertragen. Bild: Wolfgang Eilmes

Das Einkaufszentrum hat auch nach 45 Jahren eine treue Kundschaft. Doch es wird Zeit für eine Generalüberholung – und für eine Erweiterung, sagt der Betreiber ECE.

          Frankfurt. Wer mit dem Auto aus der Frankfurter Innenstadt anreist, muss erst einmal tief Luft holen. Die Fahrt ist – auch zu Zeiten außerhalb des Berufsverkehrs – eine zeit- und nervenraubende Tortur. Und dann steht man vor diesem hässlichen Klotz. Immerhin werden am Eingang Schokoladentafeln verteilt. Es ist die erste Woche im Oktober, und das Hessen-Center feiert seinen 45. Geburtstag. „Wir zeigen uns von unserer Schokoladenseite“, heißt es. Der Besucher fragt sich, was damit wohl gemeint ist.

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die grauen Waschbetonplatten, mit denen der kompakte Bau eingefasst ist, können es jedenfalls nicht sein. Aber vermutlich waren sie einmal ebenso modern wie die kantigen Brunnenlandschaften in der Einkaufspassage, aus deren umlaufenden Kieselsteinbeeten Grünpflanzen spärlich in die Höhe wachsen. Sie wurden erst später eingebaut. Heute lässt sich damit kein Schönheitswettbewerb mehr gewinnen. Überhaupt ist das Einkaufszentrum, das im April 1971 als eines von damals erst vier Einkaufszentren mit geschlossener Architektur in Deutschland eröffnet wurde, in die Jahre gekommen.

          Charme von früher wird vermisst

          Für viele Bergen-Enkheimer freilich ist das Hessen-Center, das auch diverse Arztpraxen unter seinem Dach hat, immer noch eine Institution, und auch Bewohner aus den umliegenden Gemeinden legen hier nach Feierabend gerne einen Zwischenstopp ein. Erst zum Arzt – bis auf die Orthopädie sind alle Fachrichtungen vertreten –, dann zu Rewe und anschließend zum Mittagessen in die „Nordsee“, so beschreibt ein Rentner-Ehepaar aus Enkheim sein wöchentliches Center-Ritual. Sie sind Kunden der ersten Stunde. „Unsere Kinder sind mit dem Hessen-Center groß geworden.“

          Von der Fläche her hat sich das Einkaufszentrum in 45 Jahren nicht groß verändert: Rund 115 Geschäfte verteilen sich heute über drei Etagen auf 38000 Quadratmetern, wobei Kunden inzwischen mit Tageslicht einkaufen. Das Flachdach wurde 1998 aufgerissen und durch eine Glaskuppel ersetzt. Das hat dem Einkaufszentrum gutgetan.

          Ankermieter sind neben Galeria Kaufhof das Modehaus Peek & Cloppenburg, C&A, Rewe und H&M. Zu den weniger bekannten Namen gehört etwa das Modegeschäft 1982, ein Ableger der Takko-Gruppe, das sich auf günstige Eigenmarken spezialisiert hat. Oder das schwedische Damenmode-Label Gina Tricot, das in Frankfurt nur hier vertreten ist. Richtige Zugpferde für jüngere Leute, etwa Zara, Bershka, Primark oder Mango, fehlen.

          Auffällig ist, dass die Sortimente, sei es beim Darmstädter Schuhfilialisten Dielmann oder im Modehaus Peek& Cloppenburg, etwas gewöhnlicher sind als in anderen Geschäften der Handelsunternehmen. Dielmann etwa verkauft im Hessen-Center viele Eigenmarken. Gut sortiert ist dagegen die Buchhandlung Hugendubel. Dass es noch ein kleines Reformhaus gibt, tröstet Stammkunden, die viele Fachgeschäfte und den „Charme von früher“ vermissen, wie ein Enddreißiger beklagt.

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