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Firmen stellen Betrieb ein : Chemische Produktion im Industriepark Griesheim vor dem Aus

Demnächst ohne Weylchem: Industriepark Griesheim Bild: Esra Klein

Das Unternehmen Weylchem stellt den Betrieb im Industriepark Frankfurt-Griesheim ebenso ein wie die Schwester Allessa. Es ist auf diesem Gelände der letzte Großkunde aus der produzierenden chemischen Industrie, die dort seit 163 Jahren vertreten ist.

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          Im Industriepark Frankfurt-Griesheim enden in absehbarer Zeit mehr als 160 Jahre chemische Produktion: Das Unternehmen Weylchem wird seinen Betrieb an dem traditionsreichen Standort an der Stroofstraße schließen. Auch für die Schwesterfirma Allessa ist dort bald Schluss. Dies teilte Weylchem soeben mit. Die Firma macht vor allem Kostengründe für diesen dramatischen Schritt geltend.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Weylchem stellt bisher mit etwa 134 Beschäftigten dort Vorprodukte für Agrarchemikalien her. Für sie sollen Gespräche über eine Übernahme von möglichst vielen Mitarbeitern an andere Standorte im Rhein-Main-Gebiet beginnen.

          Stetiger Aderlass

          Die Nachricht ereilt den Industriepark-Betreiber Infrasite in einer Zeit, in der er weiter auf ansiedlungswillige Chemieunternehmen hofft. Weylchem ist mit der Allessa der letzte größere Vertreter der produzierenden chemischen Industrie in diesem früheren Werk der 1999 aufgespaltenen Hoechst AG.

          Vor drei Jahren zog sich SGL Carbon von dem Standort zurück und schloss dort seine zuletzt noch 150 Mitarbeiter zählende Fabrik für Elektrokathoden. Neun Jahre zuvor hatte der Chemiekonzern Clariant seinen Betrieb für Vorprodukte für Gelbpigmente dichtgemacht.

          „Chemie am Standort nicht mehr gefördert“

          Zu bedenken ist, dass Weylchem 2016 eine sechs Millionen Euro teure Braunkohlestaub-Anlage zur Produktion von Dampf für Chemiekessel und Strom in Betrieb genommen hat. Zudem haben die Anlagen Bestandsschutz. Im Übrigen sieht die Stadt auf dem ehemaligen Hoechst-Gelände an der Stroofstraße ausdrücklich Industriebetriebe vor.

          Gleichwohl fühlt sich Weylchem nicht genügend unterstützt: „Wir haben den Eindruck, dass Chemie am Standort hier noch geduldet, aber nicht mehr gefördert wird“, sagt Geschäftsführer Rafael Reiser.

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