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Hauptsitz am Main : Frankfurt setzt Standards für nachhaltige Finanzberichte

Blick auf die Skyline: Frankfurt will Zentrum nachhaltiger Finanzen sein. Bild: Lucas Bäuml

Frankfurt wird Sitz einer neuen internationalen Organisation, die Nachhaltigkeitsstandards für Finanzberichte entwickeln soll. Die Freude am Finanzplatz ist groß, doch es gibt einen Wermutstropfen.

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          Im Wettstreit der internationalen Finanzmetropolen nimmt Frankfurt beim wichtigen Thema Nachhaltigkeit künftig eine zentrale Rolle ein. Die Stadt wird Hauptsitz des geplanten internationalen Gremiums zur Setzung von weltweiten Standards für nachhaltige Finanzberichterstattung (ISSB). Das entschied die IFRS-Stiftung, wie die Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance mitteilte. Die Entscheidung wurde auf dem Weltklimagipfel in Glasgow bekannt gegeben. Die neue private Organisation soll international einheitliche und akzeptierte Kennzahlen definieren, anhand derer die Bemühungen von Unternehmen um Nachhaltigkeit und Klimaschutz ablesbar sind. Solche Standards gelten als zentraler Schritt auf dem Weg zur Erreichung der Klimaziele.

          Daniel Schleidt
          Koordinator der Wirtschaftsredaktion in der Rhein-Main-Zeitung.

          Unter dem Dach der International Financial Reporting Standards Foundation (IFRS Stiftung) in London soll dazu das „International Sustainability Standards Board“ (ISSB) geschaffen werden, um dessen Sitz sich mehrere Finanzzentren beworben hatten. Allerdings wird Frankfurt das ISSB nicht alleine beherbergen, in Deutschland werden die Führung, also das Board des Gremiums, und die Chairperson angesiedelt sein, Schlüsselfunktionen werden aber auch in Montreal ihre Heimat bekommen.

          Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte, der Weltklimagipfel führe gerade noch einmal vor Augen, dass Klimaschutz die größte globale Herausforderung unserer Zeit sei. „Geld in nachhaltige Finanzprodukte und klimafreundliche Investitionen zu lenken, ist ein wesentlicher Baustein für erfolgreichen Klimaschutz. Bei dieser Großaufgabe wird Frankfurt jetzt endgültig zum Global Player.“ Die Entscheidung für Frankfurt sei ein Erfolg für den Finanzplatz Deutschland. „Das Ergebnis unterstreicht auch die Stärke unserer Sustainable Finance Strategie. Wir treiben das Thema Nachhaltigkeit im Finanzmarkt kraftvoll voran. Der Zuschlag für Frankfurt ist ein zusätzlicher Ansporn, diese Transformation zu forcieren.“

          „Großer Erfolg für Finanzplatz Frankfurt“

          Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) nannte den Zuschlag für Frankfurt eine Stärkung der internationalen Bedeutung des Finanzplatzes. Hessens Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) ergänzte, der heutige Tag sei ein guter Tag, und zwar sowohl für Frankfurt als auch für die Weiterentwicklung internationaler Standards bei der Berichterstattung der Unternehmen zur Nachhaltigkeit. „Frankfurt wird die Finanzmetropole sein, von der aus die globalen Berichtsstandards für Nachhaltigkeitsaspekte geprägt werden. Ein Beleg für die Vorreiterrolle Frankfurts beim Zukunftsthema nachhaltige Finanzwirtschaft.“ Der Finanzplatz Frankfurt habe damit einen weiteren großen Schritt gemacht auf dem Weg, ein führender Standort für nachhaltige Finanzen zu werden, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen). „Ehrgeizige Nachhaltigkeitsstandards für Unternehmen sind unerlässlich, um Kapitalströme zukunftsfähig auszurichten – weg vom klimaschädlichen hin zum nachhaltigen Wirtschaften.“

          Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) wertete die Entscheidung als „tollen Erfolg für Frankfurt“, dessen internationale Bedeutung als Finanzplatz mit dieser Entscheidung noch einmal zunehme. „Was mich besonders freut: Die Rolle unserer Stadt als Standort für Innovation und Nachhaltigkeitsthemen wird damit weiter gestärkt.“

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