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Türkisch-deutscher Innovationsgipfel : Investoren nach Frankfurt holen

Wagemutig: Isinay Kemmler lädt zum türkisch-deutschen Innovationsgipfel. Bild: Grimm, Lena

Türkische Investoren für Frankfurt, deutsches Knowhow für die Türkei: Eine Frankfurter Gründerin bringt beim ersten türkisch-deutschen Innovationsgipfel 200 Führungskräfte aus beiden Ländern zusammen.

          2 Min.

          In diesen Wochen fliegt Işinay Kemmler öfter in die Türkei. Die Frankfurter Unternehmerin macht aber nicht etwa mehrfach Urlaub in dem Land ihrer Vorfahren – vielmehr arbeitet sie an einem ehrgeizigen Vorhaben. Für den 21. Oktober hat Kemmler 200 Führungskräfte aus Deutschland und der Türkei nach Frankfurt eingeladen – zum ersten türkisch-deutschen Innovationsgipfel. Für den Kongress am Frankfurter Flughafen hat Kemmler die Forschungsminister beider Länder, Johanna Wanka (CDU) und Fikri Işik, gewonnen. Beide werden zur Eröffnung sprechen, wie Kemmler sagt. Als Veranstalter tritt der von ihr gegründete Global Success Club auf. Das ist eine internetgestützte Plattform für Führungskräfte, die Projekt- und Geschäftspartner für ihre Firmen suchen.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der hohe Gast aus der Türkei zeichnet außer für Forschung auch für Industrie- und Technologiepolitik verantwortlich. Das wiederum passt genau in Kemmlers Konzept. Der Innovationsgipfel findet im laufenden deutsch-türkischen Wissenschaftsjahr statt, das aber nach Angaben der Unternehmerin bisher nur Kongresse zu wissenschaftlichen Themen gesehen hat. „Die Entwicklungen aus der Wissenschaft müssen ja aber auch angewendet werden“, gibt sie zu bedenken. Genau deshalb will sie Vertreter mittelständischer Industriebetriebe zusammenführen.

          Gegenseitig voneinander lernen

          Die eingeladenen Führungskräfte arbeiten in unterschiedlichen Branchen – Maschinenbauer sind ebenso darunter wie Vertreter von Automatisierungs-, Biotechnik- und Chemieunternehmen, Autozulieferer und Hersteller moderner Werkstoffe. „Wir möchten unseren kleinen Beitrag dazu leisten, dass insbesondere Mittelständler Forschungskooperationen mit der Türkei aufnehmen können“, sagt Kemmler. Gelinge dies, komme eine „Win-win-Situation“ heraus.

          Einerseits habe die Türkei noch Nachholbedarf in manchen technologischen Fragen und sei als Absatzmarkt ebenso interessant wie als Ausgangspunkt, Produkte in benachbarte Länder zu bringen. Andererseits habe sie viele Fachkräfte zu bieten, wie sie deutsche Firmen suchten. Und dann gebe es noch türkische Firmen, die auf ihrem Gebiet weltweit führend seien, wie etwa ein Chemieunternehmen, das mit einer bestimmten Technik Feuchtigkeit aus dem Zwischenraum von Doppelglasfenstern absorbieren könne und auch eine Fabrik in Deutschland habe.

          Türkische Investoren nach Frankfurt holen

          „Wenn wir Vertreter von investitionswilligen Firmen nach Frankfurt bringen können, ist das auch gut für den Standort“, meint die Chefin des Global Success Club. Zumal die Industrie in Frankfurt aus ihrer Sicht gestärkt werden muss. Vor diesem Hintergrund hatte sie außer dem Frankfurter Wirtschaftsdezernenten Markus Frank (CDU) auch Führungskräfte der Chemieunternehmen Allessa und Weylchem, der Biotech-Firma Biospring und des Autozulieferers Weppler Filter aus Oberursel unlängst zu einem Kamingespräch über den in Arbeit befindlichen Industrie-Masterplan der Mainmetropole zu Gast.

          Zum Angebot des Global Success Club, den Unternehmen mit Mitgliedsbeiträgen finanzieren, zählen auch sogenannte Round Tables. Die bisherigen Treffen sind laut Kemmler weidlich genutzt worden und haben gezeigt, dass Führungskräfte nicht allein internetgestützte Kontakte schätzen, sondern eben auch persönliche Treffen. Solche Gespräche solle der Innovationsgipfel ermöglichen. Kontakte vertiefen und über Geschäfte sprechen können Teilnehmer am Tag darauf im Frankfurter Innovationszentrum Biotechnologie.

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