https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/wirtschaft/flughafen-hahn-hessen-hat-seine-millionen-wohl-verloren-18141010.html

Verkaufter Flughafen : Hessen hat seine Hahn-Millionen wohl verloren

Verkauftes Vermögen: Fluggasttreppen stehen auf dem Vorfeld des Flughafens Hahn im Hunsrück, der nun zwei Investoren aus Frankfurt und Leeds gehört. Bild: Frank Röth

Investoren aus Frankfurt und England haben das Vermögen des Flughafens Hahn übernommen und wollen dort investieren. Hessen kann seine Investitionen dagegen abschreiben.

          2 Min.

          Ein Immobilienmanager und ein Tech-Unternehmer glauben, dass sie den Pleite-Flughafen Hahn wieder zu alter Größe zurückführen können. „Wir freuen uns sehr, den Zuschlag im Bieterverfahren erhalten zu haben“, teilten die Investoren Tobias Steyer und Martin Mansell mit. Für den Erwerb des Flughafenvermögens vom Insolvenzverwalter hatten sie kurz zuvor gemeinsam das Unternehmen Swift Conjoy GmbH gegründet. Der Kaufpreis wurde nicht genannt. Der Passagier- und Frachtflugbetrieb am Hahn solle von ihnen nicht nur fortgesetzt werden, betonten die Käufer. Sie wollen ihn auch ausbauen. „Dazu gehören Investitionen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Region.“

          Falk Heunemann
          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Als Airportmanager sind der Oberurseler Tobias Steyer und der Brite Martin Mansell bisher nicht aufgefallen. Der 45 Jahre alte Steyer führt seit zwei Jahren die Vermögensgesellschaft Swift Holding mit Sitz in Frankfurt. Das Multi-Family-Office habe Expertise in „Luxuswohnen, klassische Wohnimmobilien, Sozialimmobilien oder Gewerbeimmobilien, wie Büros, Handel, Arztpraxen, Hotels und Gastronomie“, bewirbt sich Swift selbst. Nach Unternehmensangaben verwaltet die Holding rund zehn Milliarden Euro von Investoren und 10 000 Wohnungen. Zu Swift-Projekten gehören demnach das 96 Meter hohe „Hochhaus am Park“ in Frankfurt, ein Geschäftskomplex in Bad Homburg und ein Wohnhaus in Frankfurt-Schwanheim. Zudem ist Steyer als Geschäftsführer einer Vermögensverwaltung und einer Mainzer Unternehmensberatung registriert. Für weitere Auskünfte war Steyer am Donnerstag nicht zu erreichen. Er wolle sich erst nach Abschluss des Verkaufs äußern, hieß es.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Soli-Aktion für Olena Selenska : Sitzen wie eine First Lady

          Das „Vogue“-Cover mit Olena Selenska würde die Kriegszerstörungen als Glamour-Kulisse missbrauchen, hieß es. Jetzt antworten Ukrainerinnen mit der Fotoaktion #sitlikeagirl auf die Vorwürfe – kraftvoll und heimtückisch.
          Sinnblind den Faden verloren: Stephanie Müther (links, 2. Norn) und Kelly God (3. Norn) am Beginn der „Götterdämmerung“.

          Bayreuther Festspiele : Ein Stinkefinger fürs um Deutung bemühte Publikum

          Abschied von der Lesbarkeit der Welt: Nach der „Götterdämmerung“ entlädt sich in Bayreuth der geballte Hass des Publikums auf Valentin Schwarz, den Regisseur des neuen „Rings“. Doch dieses Fiasko erzählt viel über unsere Situation.
          Autoproduktion in China: Noch sind westliche Marken hier tonangebend.

          Unternehmen in China : Kofferpacken für den Ernstfall

          Die wirtschaftliche Verflechtung mit China ist eng, ein Kurswechsel wegen geopolitischer Komplikationen für Unternehmen undenkbar – eigentlich. Intern läuft die Szenarioanalyse in den Konzernzentralen längst auf Hochtouren.