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Flughafen Frankfurt : Kurze Wege und große Flächen als Erfolgsrezept der Cargo City Süd

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In diesem Jahr geht es Schlag auf Schlag in der Cargo City Süd: Fünf große Unternehmen des Logistikgewerbes nehmen derzeit Luftfracht- und Speditionszentren auf dem Gelände in Betrieb, das die amerikanischen ...

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          In diesem Jahr geht es Schlag auf Schlag in der Cargo City Süd: Fünf große Unternehmen des Logistikgewerbes nehmen derzeit Luftfracht- und Speditionszentren auf dem Gelände in Betrieb, das die amerikanischen Streitkräfte Mitte der neunziger Jahre an die Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens übergeben hatten. Verhandlungen mit Nippon Express laufen, und sollten die Japaner zugreifen, wäre damit der zweite weltweit agierende Logistikanbieter aus dem Land der aufgehenden Sonne für den Standort am südöstlichen Rand des Flughafengeländes gewonnen: Die Yusen Air and Sea Service GmbH hat ihre Dependance gerade in Betrieb genommen. Zusammengenommen ein Beleg dafür, wie wichtig das Asien- und Fernost-Geschäft für Frankfurt ist, in der Cargo-Sparte liegt der Anteil bei rund der Hälfte des Gesamtaufkommens, heißt es. Zu den Neuansiedlungen gehören zudem Kühne & Nagel, Panalpina, Dachser und DHL Danzas.

          Und obwohl das Luftfahrtgeschäft insgesamt im ersten Halbjahr noch unter dem Irak-Konflikt, der Lungenkrankheit Sars und der weltweiten Wirtschaftsflaute litt, lief das Geschäft mit der Fracht zumindest in Frankfurt gut: Auch nach dem jüngsten Zwischenbericht zum Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 2003 konnte die Fraport AG für den Flughafen Frankfurt im Cargo-Segment, das Fracht und Post einschließt, eine Steigerung der beförderten Mengen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,2 Prozent auf gut 798500 Tonnen verzeichnen. Bei den Passagieren mußte die Fraport für Frankfurt dagegen ein Minus von 2,1 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2002 melden.

          Auch was die Vermarktung der Cargo City Süd betrifft, gibt es aus Fraport-Sicht wohl keinen Grund zur Klage: "Wir sind heute da, wo wir 2010 sein wollten", sagt Manfred Schölch, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Fraport AG, sichtlich zufrieden und wohl auch ein wenig stolz. Kein Wunder, in den Archiven wird der gebürtige Frankfurter inzwischen als "Vater der Cargo City Süd" geführt, und im derzeit zur Verfügung stehenden Portefeuille der City sind keine weiteren Flächen mehr zur Vergabe frei. Insgesamt erstreckt sich die Cargo City Süd auf einer Fläche von 98 Hektar, 48,2 davon entfallen auf den Frachtbereich, der näher an den Rollbahnen liegt, und 49,8 Hektar auf den Speditionssektor, der südlich der zur Zeit noch von der amerikanischen Luftwaffe genutzten Air Base liegt. Dazu kommen die 51 Hektar der älteren Cargo City Nord.

          Mit dem 31. Dezember 2005 hätten die in der Cargo City Süd ansässigen Firmen in jedem Fall eine "absolute Prime-Lage", meint Schölch. Dann nämlich zieht sich die amerikanische Luftwaffe endgültig von der Air Base zurück, und das Terminal drei entsteht den Planungen zufolge auf dem Gelände. Zur Zeit sind in der Cargo City Süd etwa 200 Firmen aktiv, vom großen Spediteur bis zum kleinen Verpackungsdienstleister. 4500 bis 5000 Menschen arbeiten bereits heute hier, bis 2010, so wird geschätzt, könnten es 6000 bis 6500 sein. Der Kritik, daß dies meist keine neuen, sondern viele aus dem Umland auf den Flughafen verlagerte Arbeitsplätze seien, hält Schölch entgegen, daß ein konkurrenzfähigerer Standort für die Spediteure nicht nur neue Arbeitsplätze schaffe, sondern vor allem auch die bereits vorhandenen sichern helfe. Und das sei in dieser Zeit schließlich auch schon eine Menge wert.

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