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Flughafen-Ausbau : Fraport fehlt Kapazität

Bild: F.A.Z.

Der Flughafen Frankfurt wächst, aber nicht so rasch wie mancher Konkurrent. Den Rang des größten kontinentaleuropäischen Airports hat Rhein-Main verloren.

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          Der Flughafen Frankfurt wächst, aber nicht so rasch wie mancher Konkurrent. Den Rang des größten kontinentaleuropäischen Airports hat Frankfurt mit gut 52,2 Millionen Passagieren im Jahr inzwischen an den Flughafen Paris-Charles de Gaulle mit zuletzt 53,8 Millionen abgeben müssen. Für Wilhelm Bender, Vorstandsvorsitzender des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport AG, liegt das auch an der begrenzten Kapazität in Frankfurt, wie er bei der Hauptversammlung in der Höchster Jahrhunderthalle sagte.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          Bender beklagte vor den versammelten Aktionären ein weiteres Mal, daß sein Haus schon jetzt die Nachfrage der Fluggesellschaften nach Slots - den Zeiträumen, die Flugzeuge zum Starten oder Landen benötigen - nicht mehr voll befriedigen könne. Kapazitätssteigerungen seien nur mehr mit großem technischen und organisatorischem Aufwand möglich. Derzeit zählt der Flughafenbetreiber etwa 80 Flugbewegungen je Stunde, Bender zufolge könnten es mehr als 100 sein. Für ihn führt deshalb kein Weg am Ausbau des Frankfurter Flughafens vorbei. Und so denkt er auch nicht daran, einen „Plan B“ für den Fall zu entwickeln, daß die Erweiterung um die geplante Nordwestlandebahn doch noch an rechtlichen Hürden scheitern könnte, wie er auf Nachfrage eines Aktionärs zu Protokoll gab.

          Jahresüberschuß von 161,5 Millionen Euro

          Klaus Nieding, Geschäftsführer Hessen der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, unterstützte Bender in der Forderung nach einem raschen Ausbau. Der Empfehlung Niedings, die Fraport AG möge ihrerseits beim neuen Fraport-Miteigentümer Deutsche Lufthansa AG einsteigen und zur Abwechslung einmal eine lohnende Beteiligung erwerben, wollte Bender allerdings nicht folgen. Die Zusammenarbeit als Systempartner mit dem Hauptkunden sei auch so eng genug. Und schließlich mochte Bender auch den Ratschlägen des Grünen-Landespolitikers und „kritischen Fraport-Aktionärs“ Frank Kaufmann nicht folgen, der Bender dazu riet, Wachstumschancen in der Kooperation mit anderen Flughäfen zu suchen, anstatt auf einen Ausbauplan zu setzen, der womöglich in die Irre führe.

          Bevor er derlei Anregungen kommentierte und Fragen beantwortete, hatte Bender die Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr und die Erwartungen für 2006 vorgetragen: Mit 2,1 Milliarden Euro erwirtschaftete die Fraport AG 2005 einen um 4,6 Prozent höheren Umsatz als im Jahr davor. Der Jahresüberschuß von 161,5 Millionen Euro lag um 17,4 Prozent über dem von 2004, und die Zahl der Konzernmitarbeiter wuchs alleine in Frankfurt um 7,4 Prozent auf gut 17.800, wie Bender den Aktionären vortrug. In Zukunft sind derlei positive Ergebnisse aus Benders Sicht nur dann möglich, wenn die geplante Landebahn Ende 2009 den Betrieb aufnehmen kann. Auch im laufenden Jahr rechnet der Fraport-Vorstand mit Wachstum, nach einem Plus von 2,2 Prozent im vergangenen Jahr hält er weitere zwei Prozent mehr Passagiere für möglich.

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