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Feiertage in 2021 : Kein gutes Jahr für Brückenbauer

Was bringt das neue Jahr? Viele Brückentage sind es jedenfalls nicht. Bild: Picture-Alliance

2021 beginnt mit einem langen Wochenende und bringt zusätzliche Tage, um das Bruttoinlandsprodukt zu steigern. Ein Umstand, der Volkswirten als gutes Zeichen für ein erfolgreiches Jahr erscheint.

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          Einen Blick in die Zukunft werfen zu können, das wünscht sich derzeit wohl so mancher. Egal, ob es um das persönliche Schicksal geht, um die Frage, ob man im Sommer verreisen darf und wohin oder wann einmal wieder ein Geburtstag im größeren Kreis gefeiert werden kann – es gibt derzeit ein paar Fragen mehr als sonst zum Jahreswechsel.

          Patricia Andreae
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Messegesellschaft, Reiseveranstalter, Luftverkehrsunternehmen, Gastronomie und Hotellerie ebenso wie die Eventbranche wüssten nur zu gern, wann wieder in die Hände gespuckt werden darf. Horoskope und allerlei Prognosen stehen in diesen Tagen regelmäßig hoch im Kurs. Man kann es auch mit dem guten alten Bleigießen versuchen oder sich die Karten legen – Tarot-Sets sind vielerorts ausverkauft.

          Verlässliches über das nächste Jahr verrät der Blick in den Kalender. Und so viel sei vorweggenommen, fürs Bruttoinlandsprodukt sieht es nicht schlecht aus. Für jene, die statt der Feuerwerksbatterie ein paar Sektkorken mehr knallen lassen, fängt es auf jeden Fall gut an. Das ist kein Versprechen dunkler Mächte, sondern der Tatsache geschuldet, dass der 1. Januar 2021 ein Freitag ist, also noch zwei Tage ohne Arbeit folgen, um den dicken Schädel an der frischen Luft zu kühlen.

          Keine echte Hessenwoche

          So beginnt das Jahr mit einem langen Wochenende. Allerdings war es das damit dann quasi auch schon. Denn 2021 hat zwar wie jedes gewöhnliche Jahr 365 Tage mit den üblichen – im Beispiel Hessens stets eher dürftigen – Feiertagen, und die fallen im nächsten Jahr auch noch weitgehend aufs Wochenende. Während Bayern und Baden-Württemberger zu Dreikönig gleich am Mittwoch wieder freihaben, hat Hessen eine ganze Arbeitswoche, in der der Handel einmal mehr schmerzlich spürt, dass der übliche Ansturm aus Aschaffenburg oder Mannheim ausbleibt.

          Weil die Schüler der Südländer stets bis zum Dreikönigstag freihaben, hätten die hessischen Weihnachtsferien auch keine echte Hessenwoche geboten, in der sonst niemand Ferien hat. Da ist es wohl etwas leichter zu verschmerzen, dass der Skiurlaub angesichts der Reisebeschränkungen ohnehin kaum möglich ist. Ob für diejenigen, die auf Schulferien keine Rücksicht nehmen müssen, aus dem Winterurlaub noch etwas wird, bleibt abzuwarten.

          Möglicherweise ja zum Valentinstag am 14. Februar, der in diesem Jahr gleichzeitig der Fastnachtssonntag ist. Ob dann nach einem Rosenmontag weitgehend ohne Trubel am Aschermittwoch tatsächlich alles vorbei ist, das karnevalistische Treiben und vielleicht sogar die meisten Corona-Beschränkungen, das wissen wohl derzeit nicht einmal die Sterne.

          Gute Vorzeichen für ein erfolgreiches Jahr

          Vielleicht überdauert ja wenigstens die Liebe und wird in der Fastenzeit nicht allzu arg geprüft. Die endet mit dem Osterfest diesmal am ersten Aprilwochenende. Da die hessischen Osterferien am Karfreitag beginnen, haben die Kinder einen Tag mehr unterrichtsfrei als in den meisten anderen Jahren, in denen Ostern in der Mitte der Ferien liegt. Bis dahin haben sie zwölf Wochen zum Büffeln – falls nach dem 10. Januar überhaupt wieder regulärer Unterricht stattfindet.

          Nach den Osterferien sind es 13 Wochen bis zu den Sommerferien, die in diesem Jahr erst am 19. Juli anfangen und am 27. August enden. Allerdings gibt es dabei immerhin ein paar Verschnaufpausen durch Christi Himmelfahrt am 13. und Pfingstmontag am 24. Mai sowie Fronleichnam am 3. Juni. Der Tag der Arbeit am 1. Mai ist diesmal wohl hauptsächlich für die Beschäftigten des Einzelhandels ein echter Feiertag, denn er fällt auf einen Samstag.

          Die Arbeitgeber jenseits des Handels dürfte das ebenso freuen wie dass der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober ein Sonntag ist. Zusammen mit der Tatsache, dass die nächsten Weihnachtsfeiertage auf ein Wochenende fallen, weil der 24. Dezember ein Freitag ist, ergibt sich ein Jahr mit 255 Arbeitstagen für die Hessen. Das ist zwar nur ein Tag mehr als 2020, aber immerhin sind es vier Tage mehr als in den beiden Jahren davor und sogar fünf mehr als 2017. Ein Umstand, der Volkswirten als gutes Vorzeichen für ein erfolgreiches Jahr erscheint.

          Wer den Kalender des Amts für multikulturelle Angelegenheiten der Stadt Frankfurt durchblättert, entdeckt dort noch jede Menge – allerdings nicht arbeits- und konsumfreie – Feiertage: Darunter die jüdischen mit Purim am 26. Februar, Pessach von 27. März bis 4. April, Jom Kippur am 16. September und Chanukka vom 28. November bis 6. Dezember. Für die Muslime liegt die Fastenzeit Ramadan 2021 recht früh im Jahr, nämlich vom 13. April bis 13. Mai. Das islamische Neujahr wird am 10. August gefeiert.

          Silvester christlicher Zeitrechnung ist 2021 ein Freitag. Somit gibt es in einem Jahr nicht nur einen für den Handel erfreulich langen, fünfwöchigen Advent, sondern auch eine fast komplette Woche „zwischen den Jahren“ und damit reichlich Zeit, um so manches in diesem Jahr verpasste analoge Konsum-Vergnügen nachzuholen – und nicht nur daheim die Karten zu deuten.

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