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Modewoche in Frankfurt : „Wir müssen sexyer werden – und das wird mit der Fashion Week passieren“

Abmarsch nach Frankfurt: Die Berlin Fashion Week vor einem Jahr Bild: dpa

Dass die Modemesse künftig in Frankfurt stattfindet, stößt überwiegend auf Zustimmung. Erste Kritik gibt es an den Kosten für die Stadt. Und es kommt nur ein Teil der Modewoche.

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          Bankenstadt, Heimat des größten deutschen Flughafens, Verkehrsknotenpunkt: Frankfurt steht für viele Branchen, aber für Mode? Claudio Montanini ist überzeugt: Die Ausrichtung der Fashion Week in Frankfurt kann das Image der Metropole entscheidend zum Positiven verändern. Als Präsident des Marketingclubs ist Montanini, Inhaber einer Kommunikationsagentur, ein Gesicht der Kreativszene in Rhein-Main, die von der Strahlkraft der Fashion Week profitieren soll. „Frankfurt gilt doch immer noch international als wirtschafts- und finanzstarke, aber doch langweilige Stadt“, findet Montanini. Diese Aspekte seien bei der Bewerbung um die Fashion Week auch wichtig gewesen. „Aber wir wollen und müssen doch auch interessanter und sexyer werden – und das wird mit der Fashion Week passieren.“ Montanini sagt, die neue Veranstaltung könne den Schmerz um den Verlust der IAA teilweise kompensieren. „Die Strahlkraft einer solchen Veranstaltung kann man mit Goldbarren nicht aufwiegen.“ Frankfurt sei als einzige wirklich internationale Metropole Deutschlands prädestiniert für die Messe.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Falk Heunemann

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Die Nachricht, dass nach dem Abgang der IAA nach München eine neue große Messe nach Frankfurt kommen wird, hat in der regionalen Wirtschaft für Aufsehen gesorgt. „Ich bin angenehm überrascht, damit hätte ich niemals gerechnet“, sagt Olaf Deneberger, Vorstand des Deutschen Designer Clubs, der seinen Sitz in Frankfurt hat. Deneberger ist überzeugt, dass die Stadt das richtige Pflaster für die Veranstaltung sei, schließlich versteckten sich viele Designer, Innenarchitekten und Textilexperten zwischen den alles überragenden Bankentürmen.

          „Umsonst kommt das alles nicht“

          Er hält die Fashion Week allerdings auch für ein Riesenprojekt, wie er sagt. „Wenn Frankfurt sich wie angekündigt mit Paris und Mailand vergleichen will, muss investiert werden, umsonst kommt das alles nicht“, glaubt er. Dann brauche es einen Investitionsplan für fünf bis zehn Jahre, um die Veranstaltungen dauerhaft zu etablieren. „Wenn das funktioniert, ist es eine Jahrhundertchance.“ Deneberger meint damit explizit nicht nur Modeschöpfer, sondern weite Teile der Kreativszene. „Von der Fashion Week werden Eventagenturen, Messebauer, Werbeagenturen, aber auch Fotografen oder Choreographen profitieren.“

          Für die Stadt gibt es die Fashion Week allerdings nicht kostenlos. Zehn Millionen Euro, bestätigt der Frankfurter Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU), würden die Stadt, das Land Hessen und die Messegesellschaft in den nächsten drei Jahren für die Veranstaltung ausgeben. Diese Investition sei jedoch gerechtfertigt, da der wirtschaftliche Effekt der Fashion Week um die 200 Millionen Euro betrage. Das zumindest hätten Zahlen aus Berlin ergeben, die für Frankfurt „modifiziert“ worden seien. Das Geld fließe nicht direkt an die Veranstalter, sondern werde dafür verwendet, Frankfurt als Modestadt und Stadt der Fashion Week zu bewerben. Die Linke-Fraktion im Römer sieht dies kritisch: „Fest steht, dass mit Millionenzusagen der Standort Frankfurt schmackhaft gemacht wurde“, kritisierte der Finanzpolitiker Michael Müller. Der Betrag hätte stattdessen der kreativen Szene zufließen sollen, argumentiert er.

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