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DS-Modell für Rüsselsheim : Nummer 4 soll Opel-Stammwerk absichern

Vorläufer: Blick auf die Montage von Autos auf der Plattform, auf der auch der DS 3 fußt, der Nachfolger kommt künftig auch aus Rüsselsheim Bild: Reuters

Vom nächsten Jahr an fertigt Opel in Rüsselsheim nicht nur das sogenannte Flaggschiff Insignia. Bilder vom neuen Auto gibt es noch nicht. Aber der Name ist nun unter anderem klar: DS 4 wird das Modell heißen.

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          Ob sich die Mitarbeiter im Opel-Werk in Rüsselsheim über die vorgezogenen Weihnachtsferien freuen? Zweifel sind angebracht. Denn der Grund dafür ist die schleppende Nachfrage nach dem dort gebauten und vor wenigen Wochen aufgefrischten Flaggschiff Insignia. Zuvor schon galt Kurzarbeit im Stammwerk. Denn außer dem Mittelklassemodell fertigen die Arbeiter dort kein Auto. Und Limousinen wie der Insignia sind nicht der Inbegriff von Wachstumsmarkt.

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          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Da dürften sich die Beschäftigten schon auf das seit geraumer Zeit angekündigte Modell der Schwestermarke DS freuen. Wie es aussieht? Unklar! Wann genau die Fertigung beginnt? Offen! Immerhin kennen die Beschäftigten nun den Namen des Kindes: DS 4 heißt es ganz nüchtern. Das hat die in Deutschland von der Opel-Zentrale aus vertriebene Marke gerade verlautbart.

          Sicher ist: „Ab nächstem Jahr fertigen wir hier ein Premiummodell von DS Automobiles. Es ist ganz wichtig, dass Rüsselsheim auch für eine andere Marke aus dem Konzern produziert und nicht nur für Opel.“ Das hat Opel-Chef Michael Lohscheller kürzlich im F.A.Z.-Interview hervorgehoben. Der Name des Neulings ist kein Wunder. Der Vorgänger heißt – genau: DS 3. Der Nachfolger wird auf der der sogenannten EMP2-Plattform gebaut werden. Das ist die größere der beiden Plattformen im PSA-Konzern. Schon aus Effizienzgründen bietet es sich an, das neue  Modell ebenso auf Grundlage von EMP2 zu fertigen.

          Herkömmliche und elektrische Antriebe

          Mit dieser Ansiedlung sichert der Mutterkonzern das Opel-Stammwerk bis auf weiteres ab. Denn der Lebenszyklus eines Modells beträgt in der Regel sieben Jahre. Die EMP2-Plattform ermöglicht herkömmliche und elektrische Antriebe. „Die neue Version der EMP2-Plattform wurde konzipiert, um einen Plug-in-Hybrid-Antriebsstrang der neuesten Generation einzubauen, ohne das Platzangebot im Cockpit zu beeinträchtigen“, heißt es bei DS. Laut Lohscheller will Opel in Rüsselsheim in fünf Jahren vor allem emissionsfreie Fahrzeuge produzieren.

          „Der DS 4 setzt in seiner Klasse neue Maßstäbe in Sachen Spitzentechnologien und läutet ein neues Kapitel in der Geschichte von DS Automobiles ein“, kündigt die Marke selbstbewusst an. Das schließt demnach ein Head-up-Display, das Daten mit einem optischen Trick im direkten Blickfeld des Fahrers so abbildet, als würden sie gut vier Meter vor der Windschutzscheibe angezeigt, und die Weiterentwicklung einer Technik für halbautonomes Fahren ein. Im Inneren des DS werde sie „ein reines Design“ präsentieren. Was das heißt, ist noch Zukunftsvision.

          Opel verkauft fast ein Fünftel mehr Auto als vor einem Jahr

          Von Januar bis Ende November dieses Jahres hat Opel gut 36 Prozent weniger Autos verkauft als in den elf Monaten zuvor. Das weist die neue Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts aus. Kein anderer deutscher Volumenhersteller steht so schlecht da. Der Rüsselsheimer Autohersteller hat den Abschwung unter anderem damit erklärt, nur noch profitable Autos zu verkaufen und somit auch auf Menge zu verzichten. Andererseits verkauft sich das Flaggschiff Insignia nicht gut, weshalb die Arbeiter im Stammwerk früher in die Ferien geschickt worden sind als sonst; kurz gearbeitet wird in Rüsselsheim ohnehin schon seit Monaten. Nun aber meldet das Bundesamt einen Lichtblick: Im November hat die Marke mit dem Blitz gut 17 Prozent mehr Neufahrzeuge verkauft als im gleichen Vorjahresmonat. Mit diesem Zuwachs hebt sich die Firma von allen wesentlichen Mitbewerbern ab. Das Plus geht auch und gerade auf das Konto des neuen Corsa. Das Kleinwagen-Modell liegt in der Statistik an Nummer 1 bei den Neuzulassungen in seinem Segment. Der Corsa ist neben dem Kompakten Astra das wichtigste Volumenmodell der deutschen PSA-Tochterfirma. (thwi.)

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