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Nach erster Sondierung : Opel-Partner Segula: Tarifverhandlungen mit IG Metall nach Ostern

Plakativer Protest: Opelaner in Rüsselsheim gegen einen Teilverkauf des Entwicklungszentrums an den Dienstleister Segula Bild: Michael Kretzer

Der Opel-Partner Segula möchte nach eigenen Angaben in Tarifverhandlungen mit der IG Metall treten. Nun hat es ein erstes Sondierungsgespräch dazu gegeben. Auch ein Zeitfenster für richtige Verhandlungen ist ins Auge gefasst.

          Vertreter des Arbeitgeberverbands Hessenmetall und der IG Metall haben sich am Donnerstag zu einer ersten Sondierung in Sachen Segula getroffen. Dies bestätigte ein Sprecher der Gewerkschaft gegenüber FAZ.NET. Laut Segula gibt es schon ein Zeitfenster für richtige Tarifverhandlungen.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          In dem Gespräch ging es demnach um mögliche Tarifverhandlungen zwischen der IG Metall und Segula über einen Haustarifvertrag. Anlass: Der französische Opel-Partner möchte Teile des Opel-Entwicklungszentrums in Rüsselsheim und Hunderte Entwickler des Autobauers übernehmen und nach eigenen Angaben in Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft treten. Segula gehört neuerdings Hessenmetall an, der Verband berät Mitglieder auch zum Abschluss von Haustarifen.

          Die IG Metall ist der Einladung der Arbeitgeberseite gefolgt, wie der Sprecher sagte. Nach seinen Worten ist das Gespräch konstruktiv verlaufen. Beide Seiten seien übereingekommen, das Gespräch fortzusetzen. Dies sei mit der Tarifkommission der IG Metall abzustimmen, hob der Sprecher hervor. Segula teilte am Abend mit, erste Elemente eines neues Tarifwerkes für Neueinstellungen seien erörtert worden. Offizielle Verhandlungen solle es nach Ostern geben.

          Voreilige Ankündigung

          Segula hatte am Dienstag angekündigt: „Wir werden in dieser Woche Tarifverhandlungen mit der IG Metall aufnehmen.“ Diese Ankündigung war allerdings gemessen an der Aussage der IG Metall voreilig.

          Der von Opel und Segula geplante Teilverkauf ist umstritten. Zwar hat Segula zugesichert, weder Entgelt- noch Urlaubsregelungen von Opelanern anzutasten. Auch will die deutsche Tochter des französischen Familienkonzerns den bis Ende Juni 2023 bei Opel geltenden Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen akzeptieren. Allerdings strebt Segula einen Haustarif an und damit nicht den Flächentarif. Das wird von Arbeitnehmervertretern kritisiert.

          Angebot unterbreitet

          Am Dienstag hatte der Dienstleister den Opel-Entwicklern ein Angebot unterbreitet. Wie eine Sprecherin sagte, lagen dem Unternehmen zu jenem Zeitpunkt weit mehr als 100 Bewerbungen vor. Nach der Vorstellung des Angebots habe sich die Zahl der Bewerber sprunghaft erhöht. Nun gehe es darum, einen geregelten Prozess aufzusetzen. „Wir müssen sehen, dass wir die Kompetenzen bekommen, die wir brauchen“, erläuterte die Sprecherin. Wie die dpa berichtet, sind es mittlerweile mehr als 300 Bewerber.

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