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Erneuerbare Energien : Mehr Strom aus Wind und Sonne

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Der Wind weht kräftig, der Ausbau aber stockt: Nur vier neue Windkrafträder wurden 2019 in Hessen in Betrieb genommen. Bild: Frank Röth

Erneuerbare Energien überholen in Hessen die Produktion konventioneller Kraftwerke. Das liegt auch daran, dass allein die Windenergieanlagen zuletzt rund 16 Prozent mehr Strom geliefert haben.

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          In Hessen wurde mit erneuerbaren Energien 2019 erstmals mehr Strom erzeugt als mit konventionellen Energieträgern. Das hat Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) mitgeteilt. Anlass war die Veröffentlichung des sogenannten Energiemonitoringberichts, der die Daten des Jahres 2019 auswertet. Den Stromverbrauch in Hessen können erneuerbare Energieträger dennoch nur zu einem Viertel decken, da etwa die Hälfte des Stroms aus anderen Bundesländern importiert wird.

          Dass der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung signifikant gestiegen ist, lag auch daran, dass allein die Windenergieanlagen rund 16 Prozent mehr Strom lieferten. Dies war vor allem deswegen möglich, weil 2019 erstmals die 2018 gebauten Anlagen das ganze Jahr über in Betrieb waren und zugleich der Wind in Hessen kräftig wehte.

          „Wir haben im Jahr 2019 unser Ziel erreicht, den Anteil der in Hessen erzeugten erneuerbaren Energien am hessischen Stromverbrauch seit 2013 zu verdoppeln“, kommentierte der Minister den Bericht und wies darauf hin, dass jedes neue Windrad und jede Photovoltaikanlage dazu beitrage, dass kein Strom aus anderen Bundesländern bezogen werden müsse. Gleichwohl gab Al-Wazir zu, dass die Entwicklung auf den starken Ausbau der Windenergie in den Jahren vor 2019 zurückzuführen sei, denn im vergangenen Jahr habe es einen Einbruch bei der Windenergie gegeben. So wurden 2019 in Hessen nur vier neue Windräder mit einer Leistung von knapp 14 Megawatt in Betrieb genommen.

          2018 waren es noch 76 neue Anlagen, die 232 Megawatt erzeugten. Laut Al-Wazir wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres schon 18 neue Rotoren errichtet, die rund 58 Megawatt erzeugen. „Noch reichen die Zubauzahlen nicht an die Jahre vorher heran, aber der Trend geht in die richtige Richtung“, sagte der Minister. Vor diesem Hintergrund bezeichnete er es als wichtig, dass sich der Ausbau der Photovoltaikanlagen positiv entwickle. Demnach wurden 2019 6379 Anlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 147 Megawatt in Betrieb genommen, und im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden Anlagen errichtet, die mit Hilfe der Sonne rund 106 Megawatt Energie erzeugen.

          Windkraft bleibt der dominante Energieträger

          Unter den erneuerbaren Energien ist die Windkraft mit 52 Prozent jedoch weiterhin der dominante Energieträger. Photovoltaik folgt mit 21 Prozent, Biogas mit elf Prozent und Biomasse mit sechs Prozent. Mit Hilfe von Wasserkraft werden lediglich drei Prozent der erneuerbaren Energie erzeugt. Im vergangenen Jahr ist zudem der Anteil der Wärmeerzeugung mit Hilfe der erneuerbaren Energien um 3,4 Prozent auf insgesamt elf Terawattstunden gestiegen. Den größten Anteil mit etwa 70 Prozent machen Scheitholz und Holzpellets in diesem Bereich aus.

          Insgesamt ist der Energieverbrauch in Hessen im vergangenen Jahr laut Al-Wazir um 1,5 Prozent gestiegen, was an der kühleren Witterung gelegen habe. Deutlich gewachsen ist nach diesen Angaben die Zahl der zugelassenen Elektroautos. Anfang 2020 waren demnach 48.245 Hybridfahrzeuge auf Hessens Straßen unterwegs, was einer Steigerung um 64,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Bei den reinen Elektrofahrzeugen betrug das Wachstum 61,2 Prozent. Mindestens 10.670 Elektroautos fahren derzeit in Hessen. Die Zahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte hat sich um 18 Prozent auf insgesamt 1866 zum Stichtag 31. Mai 2020 erhöht.

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