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Erfolg für Biontech aus Mainz : Schneller zum Corona-Impfstoff

Beschleunigt: Zwei der vier Impfstoff-Kandidaten von Biontech mit Ugur Sahin an der Spitze haben nun den Fast-Track-Status inne Bild: dpa

Auf dem Weg zu einem Impfstoff gegen das Coronavirus hat das Mainzer Unternehmen Biontech einen weiteren Erfolg zu vermelden. Zwei seiner Wirkstoff-Kandidaten haben nun den sogenannten Fast-Track-Status inne.

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          Das Mainzer Biotechnologieunternehmen Biontech hat eine weitere wichtige Hürde auf dem Weg zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen Sars-CoV-2 genommen. Wie das Unternehmen gemeinsam mit dem amerikanischen Pharmakonzern Pfizer, mit dem Biontech in Deutschland und in den Vereinigten Staaten zusammenarbeitet, mitteilen, haben zwei der vier Impfstoffkandidaten von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA den sogenannten Fast-Track-Status erhalten. Die Biontech-Aktie gewinnt angesichts der Nachricht im Verlauf des Handels mehr als zehn Prozent.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dadurch wird das aufwendige Zulassungsverfahren beschleunigt, das Impfstoffe durchlaufen müssen. Der Fast-Track-Prozess zielt darauf ab, die Entwicklung von neuen Medikamenten und Impfstoffen zu unterstützen, die zur Behandlung oder Prävention schwerwiegender Erkrankungen zum Einsatz kommen sollen und das Potential haben, einen hohen medizinischen Bedarf zu adressieren. 

          „Wichtiger Meilenstein“

          Der Status wurde auf Grundlage vorläufiger Studiendaten aus Deutschland und den Vereinigten Staaten erteilt. Man werde weiterhin eng mit der Gesundheitsbehörde FDA zusammenarbeiten, um die klinische Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus zu beschleunigen, sagte Özlem Türeci, Chief Medical Officer bei Biontech. 

          Die Entscheidung der FDA, den beiden Kandidaten im Kampf gegen Covid-19 den Fast-Track-Status zu verleihen, sei ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem wirksamen Impfstoff, ergänze Peter Honig, Senior Vice President bei Pfizer.

          Das Programm zur Entwicklung eines Impfstoffs bei Biontech läuft unter dem Namen „Lightspeed“. Die Kandidaten für den Impfstoff befinden sich derzeit in der Phase der klinischen Entwicklung. Für die Vereinigten Staaten hatten Biontech und Pfizer zuletzt erste Ergebnisse zu einem Wirkstoffkandidaten vorgelegt, konkret zu „BNT 162b1“. Diese nannten die Unternehmen „ermutigend“, auch mehrere Experten hatten von positiven Ergebnissen gesprochen. Probanden hatten Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt.

          Tests mit bis zu 30.000 Probanden

          Unklar ist aber noch, ob diese Antikörper tatsächlich vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 schützen. Das sollen Tests mit bis zu 30.000 Probanden zeigen, die, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung, bereits Ende Juli beginnen sollen. Sollte diese Studie erfolgreich verlaufen und die behördliche Zusage erhalten, planen die Unternehmen eigenen MItteilungen zufolge, bis Ende 2020 bis zu 100 Millionen Impfstoffdosen und bis Ende 2021 mehr als 1,2 Milliarden Dosen produzieren zu können. .

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