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Erasmus für Jungunternehmer : Der Chef ist im Auslandsstudium

Kooperative: Der Frankfurter Architekt Hans Drexler und sein spanischer Kollege Rafael Moreno Guerrero (rechts) planen gemeinsam an einem Wohnhaus Bild: Wolfgang Eilmes

Nicht viele wissen, dass das Erasmus-Programm der europäischen Universitäten ein Kind hat: „Erasmus für Jungunternehmer“ ist in den Nachwehen der globalen Wirtschaftskrise zur Welt gekommen und hilft Gründern, über den Tellerrand zu blicken.

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          Ein noch junges Unternehmen alleinzulassen, gleich für ein paar Monate wegzugehen, das hätten ihm wohl die wenigsten geraten. Andreas Wilke hat es trotzdem getan, der Einunddreißigjährige ging zwei Jahre nach der Gründung seines Beratungsunternehmens Market Expansion Services (MES) nach Wien. Der Unternehmer aus Hanau musste mal raus, weit entfernt vom eigenen Büro lernen, welche nächsten Schritte er mit seiner Firma gehen muss. Dafür kam ihm das EU-Programm „Erasmus für Jungunternehmer“ (EYE) gerade recht. Seit zehn Jahren fördert die Europäische Union auch den Austausch junger Gründer, aber anders als das gleichnamige Programm für Studenten ist das Angebot für Unternehmer noch weithin unbekannt.

          Dabei kann der Blick über den Tellerrand guttun. Als Andreas Wilke nach Wien zog, arbeiteten drei Menschen für ihn, jetzt sind es zehn. Wilke hat in Wien gelernt, wie man es als Gründer schafft, Aufgaben abzugeben und gleichzeitig eine Struktur ins Unternehmen zu bringen. Jetzt halten nicht nur Wilke, sondern auch seine Mitarbeiter Anteile an der Firma, das Team nutzt schnelle Kommunikationswege, alle zwei Wochen wird für einen festgelegten Zeitraum gemeinsam an neuen Ideen gearbeitet.

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