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Energiewende : Wo die Niedersachsen für die Hessen unerreichbar sind

Drehmoment: Diese Windräder stehen in Brandenburg, das weit vorne in der Zubau-Liste liegt, aber auch in Hessen wächst ihre Zahl Bild: ZB

Hessen macht Punkte bei erneuerbaren Energien. Beim Bau neuer Windräder liegt das Bundesland auf Platz 4. Doch nicht nur im Vergleich mit Niedersachsen fällt es ab.

          „Hessen kann Energiewende“ steht gleich im ersten Satz einer Pressemitteilung des hessischen Wirtschaftsministeriums – ein Satz, der zuletzt noch in jeder Äußerung dieses Hauses zu Statistiken über den Ausbau der erneuerbaren Energien auftauchte. Was also kann Hessen genau? Windräder aufstellen, wie es die Zuständigen in anderen Bundesländern auch können.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Stolz darf Minister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) allerdings vermelden, dass sich Hessen dabei im Bundesländervergleich weiter nach vorne gearbeitet hat. Nach den neuesten Zahlen des Bundesverband Windenergie liegt diese Land beim Zubau neuer Anlagen inzwischen auf Platz vier, geschlagen nur noch von Niedersachsen (uneinholbar), Nordrhein-Westfalen (deutlicher Vorsprung) und Brandenburg (beim nächsten Mal zu überholen).

          Viel weniger Strom aus Hessen

          Schaut man auf die gesamte mit Windrädern installierte Leistung, bleibt Hessen allerdings mit Platz neun im Mittelfeld. Die 1159 Windräder im Bundesland stehen für 2201 Megawatt, angesichts einer in Deutschland insgesamt installierten Leistung von nahezu 53.000 Megawatt lässt sich nicht wirklich behaupten, dass von Hessen das Gelingen der Energiewende abhänge.

          Welch bescheidenen Platz in der Energiepolitik Hessen inzwischen einnimmt, hat Al-Wazir am Montag selbst in einer Stellungnahme zum Kohlekompromiss deutlich gemacht. Die Zeiten, als der in Hessen benötigte Strom auch in diesem Bundesland erzeugt wurde, sind seit dem Aus von Biblis und dem weitgehenden Abschalten des Kraftwerks Staudinger in Großkrotzenburg vorbei. Von den 37 Terawattstunden, die 2017 in Hessen verbraucht wurden, waren lediglich 17 in diesem Land erzeugt worden. Vom Kohlekompromiss betroffen ist vor allem der letzte noch betriebene Kohleblock der Anlagen in Großkrotzenburg.

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