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Vernetzt im Schlaf : Emma macht mit Matratzen 400 Millionen Euro Umsatz

400 Millionen Euro Umsatz nach fünf Jahren: Manuel Müller (links) und Dennis Schmoltzi, Gründer und Geschäftsführer des Matratzen-Start-ups Emma Bild: Maximilian von Lachner

Das Start-up Emma will nicht länger nur günstige Schlafunterlagen verkaufen. Eine verkabelte Matratze mit Liegeautomatik und eigener App soll neue Kunden anlocken.

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          Das im Jahr 2013 gegründete Start-up Emma aus Frankfurt hat im Jahr der Coronakrise seinen weltweiten Umsatz fast verdreifacht. 2020 habe das Unternehmen Matratzen für 405 Millionen Euro verkauft, berichteten die Gründer und Geschäftsführer Manuel Müller und Dennis Schmoltzi. Das sei ein Wachstum von 170 Prozent. Der Gewinn nach Steuern und Zinsen (Ebit) habe sich auf einen „ zweistelligen Millionenbereich“ erhöht, wobei die Gründer keine genauen Angaben dazu machten. Auch personell ist Emma gewachsen, 2020 wurden 200 neue Mitarbeiter eingestellt, das Unternehmen mit Hauptsitz im Frankfurter Bahnhofsviertel, das mehrheitlich dem Haniel-Konzern gehört, hat damit nun 500 Beschäftigte.

          Teil einer Marktrevolution

          Falk Heunemann

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Emma gehört mit Unternehmen wie Bett1 und Caspar zu mehr als hundert Start-ups weltweit, die den schrumpfenden Matratzenmarkt revolutionieren wollen. Im Gegensatz zu etablierten Händlern haben sie meist nur sehr wenige Modelle im Angebot, vertreiben sie über das Internet und bieten ein Widerrufsrecht von bis zu 100 Tagen an. Allerdings haben nur wenige dieser Marktneulinge bislang einen Profit ausweisen können, da sie erhebliche Summen in neue Märkte und in das Marketing investieren. Der börsennotierte Marktpionier Caspar aus New York zum Beispiel hatte in den ersten drei Quartalen 2020 einen Verlust von 75 Millionen Dollar ausgewiesen, bei einem Umsatz von 347 Millionen Dollar.

          Emma sei zum Weltmarktführer im Matratzen-Direktversandhandel aufgestiegen, meinen die Gründer, denn inzwischen sind die Schlafunterlagen der Marke in 26 Ländern erhältlich, pro Jahr kämen im Schnitt fünf weitere Länder hinzu. Seit im vergangenen Jahr Japan dazugekommen sei, könne Emma in den zehn größten Matratzenmärkten der Welt erworben werden. In der Zukunft, kündigte Schmoltzi an, werde sich das Unternehmen aber darauf konzentrieren, innerhalb der Länder Marktanteile zu erobern.

          Matratze mit Sensoren und App

          Gelingen soll das, indem Emma sich auch im stationären Handel ausbreiten will. Es gebe eine „beratungsorientierte Zielgruppe“, die nur in Geschäften erreicht werde. Selbst in Großbritannien, wo die Onlinekäuferquote die höchste weltweit sei, würde noch immer jeder zweite Kunde seine Schlafunterlagen lieber im Laden kaufen. Emma will darum verstärkt mit etablierten Handelsketten kooperieren, eigene Filialen sind nicht geplant.

          Zudem will das Unternehmen mit einem sogenannten Smart-Produkt zahlungskräftige Käuferschichten gewinnen. Die Matratze „Emma Motion“ soll sich an unterschiedliche Schlafpositionen, die Nutzer im Laufe der Nacht einnehmen, automatisch anpassen, werben die Gründer. Ermöglicht würde dies zum einen über Sensoren und zum anderen über zwei Schaumstoff-Bereiche in der Matratze, die komprimiert oder dekomprimiert werden können. Dadurch könnten die Zonen in Hüfthöhe oder Schulterhöhe abgesenkt oder angehoben werden, je nach aktueller Liegeposition. Das geschehe automatisch und geräuschlos, sagte Schmoltzi.

          Im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten handele es sich dabei nicht um Luftkissen, die Ventile und Kompressoren erforderten. Die Matratze könne einfach mit dem Stecker an das Stromnetz angeschlossen und mit einer Smartphone-App verbunden werden, um den Schlafverlauf zu protokollieren und zu optimieren.

          Entwickelt worden sei die Technologie in Frankfurt mit einem Partnerunternehmen, hergestellt werde sie in Deutschland. Das smarte Exemplar ist allerdings auch um zehn Mal teurer als das bisherige Modell „Emma One“: Der Verkaufspreis für eine Single-Variante mit 90 Zentimeter Breite liegt bei 2500 Euro.

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