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Einzelhandel : Fabrikverkaufszentrum in Wertheim hofft auf Besuch aus Rhein-Main

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Den hausgemachten fränkischen Leberkäs', den man im neuen Fabrikverkaufszentrum "Wertheim Village" an der Bude eines Metzgers aus dem nahen Wertheim für 2,50 Euro erwerben kann, gibt es nicht in Frankfurt, nicht in Wiesbaden und auch nicht in Offenbach.

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          Den hausgemachten fränkischen Leberkäs', den man im neuen Fabrikverkaufszentrum "Wertheim Village" an der Bude eines Metzgers aus dem nahen Wertheim für 2,50 Euro erwerben kann, gibt es nicht in Frankfurt, nicht in Wiesbaden und auch nicht in Offenbach. Von den übrigen in dem Zentrum angebotenen Waren läßt sich das nicht ohne weiteres behaupten. Vieles davon ist auch in den Städten zu bekommen - und zumindest zu Saisonende ebenfalls zu deutlich gesenkten Preisen. Gerade die Preise aber sollen die Kunden aus dem Rhein-Main-Gebiet, aus Heidelberg, Stuttgart und Nürnberg auf die Autobahn und - in ein bis anderthalb Stunden - in die Nähe der baden-württembergischen Kreisstadt locken: Hochwertiges günstig, das ist die Botschaft, mit der die Betreibergesellschaft Value Retail wirbt, nicht nur für Wertheim, sondern auch für seine anderen Zentren bei Barcelona, Madrid, zwischen Mailand und Bologna sowie bei Paris. Demnächst soll es ein weiteres "Village" bei Ingolstadt geben.

          Nicht, daß in dem Einkaufszentrum, das vor sechs Wochen eröffnete und in seiner Architektur mit allerhand Türmchen und Törchen an die Kulisse einer Walt-Disney-Märchen-Produktion erinnert, die Preise für Kleidung, Schuhe und Accessoires nicht wirklich deutlich herabgesetzt wären. Sie sind es - ob bei Gant, Gerry, Mexx, Sarar, Timberland, Trussardi Jeans, Versace, Bally oder anderen Herstellern. Nur sind sie das derzeit eben auch in den Innenstädten.

          So ist beispielsweise eine Versace-Krawatte für 39 statt 99 Euro entweder auch in einer Innenstadt-Dependance des italienischen Nobelschneiders zu finden oder in einem Modehaus, das Kleidung verschiedener Hersteller führt. Ähnlich verhält es sich mit einem kaschmirweichen Kurzmantel, für den auch nach der Reduzierung noch etwas mehr als 2000 Euro zu entrichten sind. Und auch der gediegene Einreiher eines anderen Anbieters im Wertheimer Einkaufszentrum ist mit einem Preis von 299 statt 499 Euro zwar günstig. Einmalig ist das Angebot gleichwohl nicht. Einen solchen Herrenanzug mit Dreiknopfsakko in klassischem Dunkelblau oder Graphitgrau aus einem Stoff mit guter Garnqualität gibt es eben auch im innerstädtischen Textilhandel zu stark herabgesetzten Preisen. Beispielsweise offeriert Peek&Cloppenburg in Wiesbaden einen einfarbigen Anzug der Edelmarke Cerruti für 299 statt 599 Euro. Das noch etwas exquisitere Modell, changierend und mit feinem Nadelstreifen, ist für 499 statt 899 Euro zu haben.

          Die "Mutter aller Schnäppchen" sitzt also nicht zwangsläufig irgendwo auf der grünen Wiese. Denn auch dort, wo das noble Tuch dominiert, beispielsweise an der Frankfurter Goethestraße, der Schillerstraße und an der Börsenstraße, sind Schilder wie "Sale" oder "50 Prozent reduziert" kein Fauxpas. Der Taschenhersteller Picard bietet hier ebenso Ledertaschen der Saison mit Preisnachlaß an wie Möller&Schaar Krawatten und Hemden reduziert hat. Bei Armani ist der Hinweis, daß man reduzierte Ware im Laden offeriert, zwar nicht groß, rot und auffallend, sondern klein, dezent und in schwarzer Schrift auf weißem Grund. Die Aussage ist aber dieselbe. Mit dem Fall der Schlußverkaufsregelung werden sich solche Angebote, da ist sich das Gros der Branche sicher, zudem nicht mehr nur auf den Saisonwechsel beschränken.

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