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Neues altes „Hessenquell“ : Echt oberhessisch im roten Mieder

Humpen inklusive: Das Hessenmädchen von „Hessenquell“ Bild: Licher

Vielen Biertrinkern gelüstet es immer weniger nach Pils - sie wollen Abwechselung im Glas. Der hessische Biermarktführer greift dafür Archiv. Sein „Hessenquell“ kann sich schmecken lassen. Geschmackssache ist aber das Etikett.

          Die Bierbrauer haben es auch nicht leicht. Zum Beispiel jene im Herzen der Natur. In Lich brauen sie Pils wie die Weltmeister. Doch ach, vielen Biertrinkern gelüstet es immer weniger nach Pils. Nach Abwechselung im Glas dürstet ihnen vielmehr. Auf Pale Ale etwa haben sich aber schon kleinen Craft-Brauer gestürzt. Was bleibt da einer großen Traditionsbrauerei wie Licher? Genau, der Griff ins Archiv. Denn Vintage ist in Mode. Und ist etwas nicht echt alt, dann wenigstens retro. Insofern reitet der heimische Biermarktführer auf der richtigen Welle mit seinem neuesten Getränk. „Hessenquell Landbier“ heißt es und geht auf ein 100 Jahre altes Rezept zurück.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wie Bernstein schimmert „Hessenquell“ im Glas, seine malzige Note schmeichelt dem Gaumen. Das Bier macht sich im Licher-Portfolio gut neben dem milden Kellerbier namens „1854“ und dem kräftigen Export, das mehr Alkohol hat als der Neuling.

          Mit glasigen Augen hinterpfeifen

          Genauso alt wie das Rezept ist das Motiv mit dem Hessenmädchen auf dem Etikett, wie es heißt. Im knackigen roten Mieder trägt es in beiden Händen jeweils zwei Humpen. Aus voller Brust lachend. Wir sehen sie förmlich vor uns, die lebenslustigen Biertrinker, wie sie mit glasigen Augen der drallen Blondine entgegenblicken und hinterherpfeifen. Wie beim Oktoberfest.

          Womit wir auf der „Wiesn“ wären. Aber nicht jener in München. Vielmehr auf der Mockswiese in Watzenborn-Steinberg. Dort steht seit Tagen schon das riesige Zeit für das „Licher Wiesnfest“. Abertausende aus der ganzen Region strömen vom 26. April bis 5. Mai dort hinein, echt oberhessisch gedresst im Dirndl die Madln und in der Krachledernen die Buam.

          Wenn Mickie Krause trällert

          Und drinnen strömt das Bier. Wenn Jürgen Drews und Mickie Krause singen, gewiss besonders reichlich. Gäste in spe können sich mit dem süffigen „Hessenquell“ schon mal zünftig eintrinken.

          Ein Schelm, der an den Brauerei-Umsatz denkt, weil Licher sein Retro-Hessenmädchen kurz vor diesem Großereignis ins Rennen geschickt hat.

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