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Dünger-App Solorrow : Bauernschläue aus dem All

  • -Aktualisiert am

Will Bauern digital helfen: Unternehmer Lionel Born, Entwickler einer speziellen App Bild: Wolfgang Eilmes

Schon heute nutzen Bauern digitale Technik auf dem Acker. Die App des südhessischen Start-ups Solorrow will Landwirten etwa dabei helfen, Saatgut und Dünger wirtschaftlicher einzusetzen. Minister Al-Wazir ist sie einen Preis wert.

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          Lionel Born hat ein klares Ziel: „Nächstes Jahr würden wir gerne eine halbe Million Umsatz machen.“ Gelingen soll das mit einer App. Die Firma Solorrow, die der Einunddreißigjährige und drei weitere Shareholder gegründet haben, will die Landwirtschaft verändern. Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) zeichnete darum gerade den Betrieb in der Kategorie „Innovative Geschäftsidee“ aus.

          Die App soll bei der variablen und präzisen Ausbringung von beispielsweise Saatgut und Düngemitteln helfen, beschreibt der Firmengründer das Konzept. Solorrow analysiert dazu Satellitendaten, die Auskunft über die Bodenbeschaffenheit bestimmter Areale geben. „Denn selbst innerhalb eines Feldes unterscheidet sich die Zusammensetzung des Bodens“, erläutert Born. Dadurch nehme ein Acker zum Beispiel nicht überall gleich viel Dünger auf. So bekämen einige Pflanzen zu wenig Dünger ab, an anderen Stellen dagegen versickere er ungenutzt im Boden und schade dem Grundwasser.

          Geld verdienen per Lizenz

          Die Gründer von Solorrow haben einen Algorithmus entwickelt, der berechnet, an welchen Stellen eines Feldes Pflanzen besser oder schlechter wachsen, und der daraus Karten erstellt. Diese können Landwirte per App nutzen, um zu erkennen, wo auf dem Feld sie wie viel düngen müssen. Hat der Bauer einen modernen Traktor, in dem eine Satellitenortung eingebaut ist, können die Daten aus der App direkt via USB-Stick zur Software des Traktors übertragen werden. Er steuert dann die gezielte Düngung automatisch. Die App funktioniere aber auch ohne High-Tech-Geräte, sagt Born. Sie verfüge über einen „Fahrmodus“ und wisse dank GPS im Smartphone, wo sich der Landwirt gerade befindet. Dieser könne die Düngung dann manuell steuern.

          „Außerdem sind wir unabhängig“, betont Born. Zwar gebe es auch andere Anbieter mit ähnliches Apps. Oft stünden aber Hersteller von Landmaschinen oder Chemiekonzerne als Anbieter dahinter. „Wir dagegen wollen nur mit der Lizenz zur App-Nutzung Geld verdienen.“ Seine Hauptabsatzmärkte sehe das Unternehmen langfristig in Schwellenländern. Dort könne die Software die Produktionsbedingungen enorm verbessern, ist der Wirtschaftsinformatiker Born überzeugt, der zuvor schon andere Start-ups für Landwirtschaftssoftware mitgegründet und aufgebaut hatte. Doch erst mal geht es für Solorrow im November nach Hannover zur Messe Agritechnica. „Kontakte knüpfen, Investoren finden.“ Unter anderem solle die App um weitere Funktionen ergänzt werden. Von 2020 an, hofft Born, soll sich der Umsatz in den folgenden fünf Jahren jeweils verdoppeln.

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