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„Spinnen Sie ein bisschen“ : Digitalisierung braucht Phantasie

„Spinnen Sie ein bisschen, probieren Sie aus, welche Technologie zu Ihnen passt“: Harald Schöning, Software AG Bild: Helmut Fricke

Künstlicher Intelligenz wird viel zugetraut. Nur tun sich viele Firmen schwer damit: „Keines der Unternehmen, die wir gerade beraten, ist aktiv auf diesem Feld unterwegs“, hieß es gerade auf einem Kongress in Frankfurt.

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          Effizienzgewinne, auf die niemand zu hoffen wagte, völlig neue Geschäftsmodelle: Technologien mit Künstlicher Intelligenz (KI) wird viel zugetraut. So ist auf dem heutigen Digitalkongress des Landes Hessen oft von den tiefgreifenden Veränderungen für Wirtschaft und Gesellschaft die Rede gewesen, die der Einsatz von Software, die lernt und entscheidet, bewirken werde. Wer davon nicht überrollt werden wolle, müsse spinnen.

          Inga Janović

          Wirtschaftsredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das zumindest schlug Harald Schöning, Forschungsleiter der Darmstädter Software AG, vor. „Spinnen Sie ein bisschen, probieren Sie aus, welche Technologie zu Ihnen passt“, rät er Unternehmern, die mit dem Gedanken spielen, KI in ihren Fabriken oder in ihren Produkten einzusetzen. Schöning saß im Gesellschaftshaus des Frankfurter Palmengartens mit Unternehmern und Forschern in einer Diskussionsrunde, die klären sollte, inwieweit sich die politischen Visionen zur Digitalisierung mit der Realität in der hessischen Wirtschaft deckten.

          „Die Phantasie ist die Grenze“

          „Keines der Unternehmen, die wir gerade beraten, ist aktiv auf dem Feld der KI-Anwendungen unterwegs“, sagte dazu Thomas Winzer, Geschäftsführer der Beratungsfirma Inosoft AG aus Marburg. „Die Phantasie ist die Grenze, viele Unternehmer können sich gar nicht vorstellen, wie weit sie mit KI gehen könnten. Am Ende stehen ganz andere Geschäftsmodelle“, bestätigte Schöning. Um dort anzukommen, brauche es „eine neue Denke“.

          Die scheinen Manager anderswo zu beherrschen. Vor allem beim Thema KI wird stets auf die Vereinigten Staaten und China verwiesen, wo die Riesen der Branche beheimatet sind und viel Geld zur Förderung der neuen Technologien fließt. Dagegen scheinen die drei Milliarden Euro minimal, welche die Bundesregierung bis 2025 dafür ausschütten will. „Gemessen an der Einwohnerzahl der Staaten, sind die deutschen Ausgaben aber höher“, korrigierte Wolfgang Wahlster, einst Direktor und nun Chefberater des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz.

          Google ist sichtbarer

          So schlecht stünden Deutschland und Europa in der Entwicklung und beim Einsatz von KI gar nicht da. Allerdings bedienten die hiesigen Hersteller vor allem Geschäftskunden, für die sie beispielsweise kluge Roboter und Produktionsmaschinen bauten. Schöning: „Das ist für die Menschen dann weniger sichtbar als etwa Google und Youtube.“ In jedem Fall sollten sich die Unternehmen in die neue Welt wagen.

          Um Mittelständlern die Wege dorthin aufzuzeigen, brauche es zum einen verlässlichen Rechtsrahmen, den die zuständige Digitalministerium Kristina Sinemus (parteilos) auch versprach. Zweitens müsse es vielerorts öffentlich geförderte Beratungsstellen wie das digitale Kompetenzzentrum Darmstadt geben, fordert Wahlster.

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