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Preissteigerung im Alltag : Gespürte Inflation

Vor einem Jahr kostete ein Ei noch 20 Cent, jetzt sind es zwei Cent mehr: Auch Eis Christina in Frankfurt muss die Preissteigerungen verkraften. Bild: Lucas Bäuml

Die stark steigenden Preise belasten nicht nur Verbraucher, sondern auch kleine Lebensmittelhändler und -produzenten. Ein Bäcker, ein Eisladen, eine Kaffeerösterin und ein Bierbrauer legen ihre Kosten offen.

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          180 Eier trennt Corrado Spadotto jeden Tag. Theoretisch könnte er Eigelb und Eiweiß schon getrennt kaufen, aber Fertigprodukte kämen ihm nicht in die Tüte, sagt seine Frau Petra. Das Eigelb gibt dem Vanilleeis die Farbe, das Eiweiß kommt aufgeschlagen in das Fruchteis. Die Familie hinter Eis Christina führt genau Buch. Vor einem Jahr kostete ein Ei noch 20 Cent, jetzt sind es zwei Cent mehr. Das klingt nicht viel, doch die Eier sind nicht die einzige Zutat, die für Familie Spadotto teurer geworden ist.

          Inga Janović
          Redakteurin im Regionalteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortliche Redakteurin des Wirtschaftsmagazins Metropol.
          Anna Schiller
          Volontärin.

          Besonders bei den Milchprodukten sind die Preise im Vergleich zum letzten Jahr gestiegen. 1,17 Euro mussten sie im letzten Jahr für einen Liter Biomilch bezahlen, heute sind es 1,34 Euro. Bis zu 200 Liter benötigen sie bei gutem Wetter, wenn besonders viel Andrang herrscht. Die Spadottos verwenden Milchprodukte der Molkerei Berchtesgadener Land. „Natürlich ginge es günstiger, aber wir wollen keine Abstriche bei der Qualität machen“, sagt Petra Spadotto. 1974 hat die Familie ihre Eisdiele im Nordend eröffnet, benannt nach ihrer Tochter Christina. „Eine vergleichbare Situation gab es noch nie“, sagt sie mit Blick auf die Geschichte ihrer Eisdiele. Zunächst hätten sie in der Pandemie Einbußen hinnehmen müssen. Jetzt, wo es wieder aufwärtsgehen könnte, seien die Teuerungen gekommen: „Und keiner weiß, wo das einmal endet.“

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