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Ministerin eröffnet Saison : Mehr Spargel aus Hessen, als die Hessen essen

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Fingerübung: Die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz wird sich auch heute wieder beim Spargelstechen zeigen - so wie 2016 schon Bild: dpa

Er gilt als gesund, kalorienarm und manch einer wartet sehnsüchtig auf das Edelgemüse. Landwirtschaftsministerin Hinz startet offiziell die Spargelsaison in Hessen. Die Erzeuger sind für dieses Jahr optimistisch.

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          Hessens Landwirtschaftsministerin Priska Hinz (Die Grünen) hat in Weiterstadt auf dem Tannenhof die Spargelsaison 2019 offiziell eröffnet. „Der hessische Spargel hat besonders hohe Qualität, das merkt man nicht zuletzt am guten Geschmack“, meint Hinz. Sie die Direktvermarktung von regionalen Produkten weiter stärken, teilte sie mit. Da bereits auf einigen beheizten Feldern Spargel geerntet wird, fällt damit der offizielle Startschuss für die diesjährige Saison. Die Spargelernte beginnt in Deutschland normalerweise in der zweiten Aprilhälfte und endet am „Johannestag“, dem 24. Juni.

          Tatsächlich ist Spargel in Südhessen schon vor gut zwei Wochen gestochen worden. Aber nicht unbedingt wegen des milden Spätwinters. Moderne Technik macht es vielmehr möglich, wie Rolf Meinhardt, der Vorsitzende des Arbeitskreises Spargel Südhessen, erläuterte.

          Hessen ist Spargel-Selbstversorger

          In Hessen wird auf knapp 2000 Hektar Spargel angebaut, der überwiegende Teil davon im Raum Darmstadt. Bundesweit sind die Hauptanbauflächen Niedersachsen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. Im vergangenen Jahr wurden nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes in Deutschland 129.600 Tonnen des Gemüses geerntet. Dabei wurden in Hessen nach Angaben des Arbeitskreises Spargel Südhessen gut 10.800 Tonnen gestochen.

          Hinz hob hervor, dass Hessen sich beim Spargel vollständig selbst versorgen könnte: „2018 wurden in Hessen rund 10,9 Millionen Kilogramm Spargel gestochen. Rein rechnerisch konnte jede Hessin und jeder Hesse rund 1,75 Kilogramm hessischen Spargel genießen – das übersteigt deutlich den Pro-Kopf-Verbrauch von 1,42 Kilogramm Spargel in Deutschland.“

          2018 wegen der Hitze zu viel Spargel

          Erzeuger rechnen in Hessen mit einem guten Jahr, letztendlich die Ernte aber vom Wetter abhängig. Im vergangenen Jahr fiel die Bilanz eher durchwachsen aus. Durch die Hitze gab es zu viel Spargel auf einmal, dann waren den Erzeugern zufolge zu wenig Erntekräfte da und der Preis für das Edelgemüse zu niedrig - allerdings günstig für die Verbraucher.

          Spargel gedeiht besonders auf sandigen, leichten Böden und braucht Sonne. Bundesweit gibt es dem Statistischen Bundesamt zufolge eine Anbaufläche von rund 23.000 Hektar. Spargel ist kalorienarm und gilt als gesund. Allerdings ist die Ernte Knochenarbeit, weil Stange für Stange per Hand geerntet werden muss. Deswegen ist das Gemüse auch vergleichsweise teuer.

          Beim Saisonstart am Montag auf dem Tannenhof Meinhardt in Weiterstadt wird auch die neue Spargelkönigin Ronja I. gekrönt. Sie repräsentiert die Spargelregion im kommenden Jahr bei offiziellen Anlässen.

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