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„Die Höhle der Löwen“ : Hessische Erfinder in TV-Show

Ruhe auch im Sturm: Victor Fischer aus Bad Soden zeigt bei Vox seinen Akku-Laubbläser. Bild: Vox

Drei Unternehmer, drei große Träume: Am Dienstag sind in der Reality-Show „Die Höhle der Löwen“ auf Vox Kandidaten aus Rhein-Main zu sehen.

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          Sie würden es wieder tun. Susan Schmelzer aus Flörsheim, Victor Fischer aus Bad Soden und Daniel Kalliontzis aus Frankfurt würden sich wieder mit ihrer Erfindung in der Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“ des privaten Fernsehsenders Vox dem Urteil von fünf offenbar erfolgreichen Unternehmern und potentiellen Investoren stellen. Und das, obwohl ihnen von Beginn an klar gewesen sein dürfte: Bei der Sendung handelt es sich vor allem um eine Show, die mit Realityszenen aus dem Wirtschaftsleben eine gute Quote erzielen soll – zwischen Sendungen wie „Hilf mir doch!“, „Verklag mich doch!“, „Der Hundeprofi“ und „Das perfekte Promidinner“. Das Schnittmuster solcher Sendungen ist vorgegeben: verkürzt, plakativ, emotional.

          Jochen Remmert
          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Das Sendekonzept verspricht aber, dass Kandidaten bei überzeugender Präsentation tatsächlich auf ein Investment aus den Reihen der fünf Unternehmer hoffen können. Geld spielt also auch eine Rolle, und das ist der Quote zuträglich. Allerdings sind die Gründer in aller Regel so geschäftstüchtig, dass sie nicht so sehr mit einem Investment aus den Reihen der fünf sie vernehmenden Unternehmer kalkulieren, sondern vor allem mit dem positiven Marketingeffekt der Sendung. Die sehen den Angaben zufolge immerhin rund zwei Millionen Menschen, die Wirkung über Social Media wie Facebook kommt noch hinzu. Als potentielle Investoren treten bei Vox unter anderem der Touristikunternehmer Vural Öger und der Abenteuer-Event-Organisator Jochen Schweizer auf.

          Laubbläser, Flipflops und Abschleppwarner

          Zu sehen sind die drei Kandidaten aus Rhein-Main am Dienstagabend (07.10.2014) von 20.15 Uhr an. Die passionierte Golferin Schmelzer wird dann ihre Flip-Flops für den Golfplatz präsentieren. Victor Fischer hofft, mit seinem Akku-Paket für Laubbläser und andere Geräte, das etwa beim Frankfurter Entsorger FES schon im Einsatz ist, Geld in die Firmenkasse zu wirbeln. Und Daniel Kalliontzis will Investoren und womöglich notorische Falschparker für seinen Abschleppwarner gewinnen. Der lässt sich bei Bedarf von innen mit Saugnäpfen an die Windschutzscheibe kleben. Sozusagen per Handauflegen können Polizisten einen Handyanruf beim Falschparker auslösen, um das Hindernis rasch und kostengünstig zu beseitigen. Dazu, so sagt Entwickler Kalliontzis, seien die Ordnungshüter sogar verpflichtet, sie dürften sich nicht sofort für ein kostspieliges Abschleppen entscheiden. Vor der heutigen Ausstrahlung der aufgezeichneten Sendung durfte keiner der Teilnehmer verraten, ob er die Investment-Zusage über bis zu 180.000 Euro erhalten hat oder nicht.

          Anders Florian Hillger, Ruben Hoffmann und Jonas Kuball waren Gäste in einer früheren Sendung. Die drei Freunde aus Dresden sind Jungunternehmer im Wortsinn, zwei schreiben gerade Abitur. Sie haben aus kanadischem Ahornsirup und Zitronensaft eine neue Limonade namens Bob Barrel gebraut. Im Zeitalter der Mixgetränke offenbar ein durchschlagender Erfolg – die findigen Teenager liefern schon bis nach Berlin. Unter den Vox-Löwen fanden sie allerdings keine Unterstützer, weil sie Einkaufspreise und Kalkulationen partout nicht öffentlich preisgeben wollten. Als ob das ein Unternehmer, der bei Verstand ist, nach wenigen unverbindlichen Gesprächen vor einem Millionenpublikum tun würde. So viel Reality ist dann offenbar doch nicht bei Vox. Enttäuscht habe das die Freunde aber nicht, sagt Florian Hillger. Man habe ohnehin vor allem wegen der Werbung teilgenommen – und das habe funktioniert. Nun versuchen sie mit Hilfe der Crowdfunding-Plattform Startnext im Internet Investoren zu animieren, Geld in Limonade mit Ahorngeschmack anzulegen.

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