https://www.faz.net/-gzg-ah1ix

Kampf den Krisen : Die Buchhändler, Corona und die Papierknappheit

Gegen den Riesen: Die Autorenbuchhandlung Marx und Co. in Frankfurt waren mitunter in der Pandemie schneller als Amazon. Bild: Frank Röth

Die Buchmesse als Signal: Die Corona-Krise haben die Buchhändler besser bewältigt als befürchtet, ein Ladensterben droht nicht. Nun aber macht ihnen die Papierknappheit zu schaffen.

          4 Min.

          Als der erste Lockdown kam und überall im Land die Läden schließen mussten, da haben Bettina Raue und Ines Lauffer von der Autorenbuchhandlung Marx & Co, das getan, was die meisten Buchhändler damals machten, um ihr Geschäft am Laufen zu halten: Sie sind aufs Rad gestiegen. Ihre Kunden, die nicht mehr zu ihnen kommen konnten, haben sie auf diesem Weg mit Lesestoff beliefert. Nicht nur im Frankfurter Westend, wo der Buchladen, auf der geschäftigen Einkaufsstraße Grüneburgweg, zu finden ist, sondern auch in den umliegenden Vierteln. „Das war schön, wir hatten fantastisch gutes Wetter“, erinnert sich Bettina Raue.

          Alexander Jürgs
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Besorgt seien sie damals gewesen, aber nicht in Panik. Doch die Buchhändlerinnen wurden überrascht. Die Solidarität, die sie von ihren Kunden erfahren haben, war enorm. Viele Stammkunden haben damals Guthabenkarten, über 100 oder 200 Euro, gekauft, um das Geschäft zu unterstützen. Dass Buchläden zum Opfer der Corona-Krise geraten, wollten sie verhindern. „Vielen ist damals bewusst geworden, was in den Straßen, in den Vierteln fehlen würde, wenn die kleinen Läden schließen müssten“, sagt Ines Lauffer.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Wie sensibel darf es sein? Der Philosoph Richard David Precht während der phil.Cologne im September 2021

          Precht und Flaßpöhler : Sie nennen es Freiheit

          Die haltlosen Behauptungen der Impfskeptiker dringen immer weiter in die bürgerliche Mitte vor. Für die neue pandemische Situation ist das fatal.
          Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU).

          Dramatik nicht erkannt : Sachsen an der Corona-Spitze

          Der Freistaat verzeichnet die meisten Neuinfektionen und die wenigsten Geimpften. Das liegt an den Sachsen – aber auch an ihrer Regierung.