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Deutsche Bildung : Studienfonds-Anbieter zahlungsunfähig

Der Deutschen Bildung in Frankfurt fehlt es an Fondsgeldern, um weitere Studentenkredite zu vergeben und dafür Provisionen einzunehmen Bild: AP

Der Studienfonds-Anbieter Deutsche Bildung in Frankfurt ist insolvent. Der 2007 aufgelegte „Studienfonds I“ sei von der Insolvenz unberührt, hieß es. Und laut Insolvenzverwalter soll ein Neustart versucht werden.

          Der Studienfonds-Anbieter Deutsche Bildung in Frankfurt ist insolvent. Von der Zahlungsunfähigkeit betroffen sind die Holding AG und die Tochterfirmen Deutsche Bildung Capital GmbH, die sich am Kapitalmarkt um Investoren bemüht, und Deutsche Bildung GmbH, die Studienfonds vermarktet und Studenten betreut, wie die Rhein-Main-Zeitung erfuhr. Das Tagesgeschäft laufe aber weiter, hieß es. Das zehn Mitarbeiter umfassende Kernteam, das die Studenten betreue, bleibe an Bord. Der 2007 aufgelegte „Studienfonds I“ sei von der Insolvenz unberührt, auch erhielten die rund 450 aus dem Fonds geförderten Studenten weiter das zugesagte Geld. 800 stehen auf der Warteliste.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Zu vorläufigen Insolvenzverwaltern sind Anwälte der Kanzlei Walter & Walter bestellt worden. Laut Markus Walter, der die Deutsche Bildung GmbH betreut, soll ein Neustart versucht werden. Hinter dem Unternehmen stehende Geldgeber seien bereit, nochmals Kapital einzusetzen. „Ich finde das Konzept der Deutschen Bildung grundsätzlich gut“, sagte er. Er spreche schon mit Interessenten, die dieses Konzept fortführen wollten.

          Die Deutsche Bildung hat bisher aus dem „Studienfonds I“ Kredite vergeben, deren Rückzahlung nicht an einen festen Zinssatz gebunden ist. Vielmehr zahlen die Empfänger nach Berufseintritt einen festen Prozentsatz ihres Monatsgehalts. Für jeden neuen geförderten Studenten erhielt die Deutsche Bildung GmbH eine Art Provision. Da es in den vergangenen Monaten aber an frischen Geldern von Investoren fehlte und kein zweiter Fonds aufgelegt werden konnte, reichten die Mittel nicht mehr aus, um Anfangsinvestitionen und laufende Kosten zu decken, wie Walter bestätigte. So sei die Deutsche Bildung auch Opfer der Finanzmarktkrise.

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