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Frankfurter Finanzinvestor : Deutsche Beteiligung verschreckt Anleger

Ein Unternehmen im Portfolio der Deutschen Beteiligung: der Siliconimplantate-Hersteller Polytech Health Bild: Deutsche Beteiligung

Im S-Dax sackt die Aktie der Deutschen Beteiligung um fast ein Zehntel ab. Grund ist eine Gewinnwarnung. Aus der Analystenschar dringt aber eine unaufgeregte Stimme durch.

          Fast ein Zehntel weniger wert binnen weniger Stunden: Um diese Erfahrung ist der auf mittelständische Betriebe spezialisierte Finanzinvestor Deutsche Beteiligungs-AG aus Frankfurt nun reicher. Das Unternehmen hat am Mittwochabend die Ertragsprognose deutlich gesenkt und damit tags darauf reihenweise Anleger verschreckt. Denn so etwas gilt an der Börse als Gewinnwarnung. Der Kursverlust ist die Quittung. Allerdings erwartet der Vorstand weiter einen positiven Ertrag.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Deutsche Beteiligung gesellt sich zu einer Reihe von Adressen, die ebenso vor geringer als erwartet ausfallenden Erträgen warnen. Besonders heftig sind die Kurseinbrüche beim Autozulieferer Aumann und dem Abfüllanlagenbauer Krones ausgefallen. Zuvor hatte schon die BASF aus dem Dax eine Gewinnwarnung publiziert.

          Das im Kleinwerte-Segment S-Dax gelistete Unternehmen ist schon seit 1985 an der Frankfurter Börse. Zu den Firmen, an denen es Anteile hält, gehört der Brustimplantatehersteller Polytech aus Dieburg. Ebenso im Portfolio befindet sich der Immobilienmakler von Poll aus Frankfurt.

          Die Deutsche Beteiligung investiert zudem in Maschinenbauer und Kunststofftechniker, in Dienstleister für die Telekommunikationsbranche sowie in Werkzeugbauer. Für Schlagzeilen hat in jüngster Zeit aber nur ein in Ostdeutschland tätiger Filialbäcker gesorgt. „Der lila Bäcker“ hatte Insolvenz angemeldet. Auch insofern ist die Kette eine untypische Beteiligung der Frankfurter.

          Zwei Faktoren bestimmen Bewertung

          Zu der Prognosesenkung hat sich der Finanzinvestor nach den ersten Eindrücken der Portfolio-Bewertung veranlasst gesehen, wie ein Sprecher sagte. Details stehen aus. Sie sind für den 8. August angekündigt.

          Die Portfolio-Bewertung hängt laut Sprecher grundsätzlich von zwei Faktoren ab. Zum einen ist die operative Geschäftsentwicklung, wobei die Verschuldung der Beteiligungsfirmen zu bedenken sei. Zum zweiten spiele die Verfassung des Kapitalmarkts eine Rolle. Das heißt:

          DAX ®

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          Steigen die Bewertungen an der Börse, strahlt das entsprechend auf die Deutsche Beteiligung aus. Ebenso wie im umgekehrten Fall. Das Halbjahreshoch erreichte der Dax Ende Juni, also dem Ende des jüngsten Geschäftsquartals der Frankfurter. Aktuell steht der Index ungefähr dort, wo er vor Jahresfrist war.

          Baader Bank belässt es bei „Buy“

          Der S-Dax hat mit dem großen Bruder aber nicht ganz Schritt gehalten. Sein Halbjahreshoch datiert von Mai. Auch liegt er deutlich unter dem Vorjahreskursniveau. Das mag zu einer vorsichtigeren Einschätzung im Hause Deutsche Beteiligung beigetragen haben.

          DT. BETEILIG.AG NA O.N.

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          Die Baader Bank empfiehlt die Aktie trotz der Gewinnwarnung weiter zum Kauf mit Kursziel 42 Euro; das sind zehn Euro mehr, als für den Titel zuletzt bezahlt worden ist. Die jüngst angekündigte Veräußerung des Spezialfolien-Herstellers Infiana an einen Finanzinvestor aus Großbritannien zeige, dass die Aussichten für die langfristigen Erträge aus dem Beteiligungsportfolio positiv blieben, meinte Baader-Analyst Tim Dawson.

          Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 17 ist die Aktie nicht günstig bewertet. Allerdings ist der S-Dax mit einem KGV von 21 teurer. Und die Dividendenrendite der Deutschen Beteiligung, die sich der Dividende und dem Aktienkurs errechnet, ist mit 4,3 Prozent hoch.

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