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Deutsche Bahn : Weniger Züge nach Köln

Wegen geringer Nachfrage werden Zugverbindungen nach Köln gestrichen Bild: ddp

Die Deutsche Bahn wird von Dezember an die Zahl der Züge von Frankfurt und Wiesbaden nach Köln verringern. Nachmittags werden drei Züge weniger fahren - wegen mangelnder Nachfrage.

          Die Deutsche Bahn AG wird von Dezember an die Zahl der Züge von Frankfurt und Wiesbaden nach Köln verringern. An Nachmittagen sollen künftig drei Züge weniger verkehren; es handelt sich dabei um jene Pendelzüge zwischen den beiden Städten, die erst im Dezember 2006 neu in den Fahrplan aufgenommen worden waren, um der gestiegenen Nachfrage auf der Neubaustrecke gerecht zu werden und einen Halbstundentakt zwischen den Bahnhöfen zu schaffen. An Vormittagen und in der Gegenrichtung bleibt es beim bisherigen Angebot.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Abermals geringer wird zudem die Zahl der Züge, die von Mainz über Wiesbaden nach Köln und zurück verkehren. Für diese Verbindung hatte die Neubaustrecke am Autobahnkreuz Wiesbaden eigens einen Abzweig bekommen. Als die Strecke 2002 eröffnet worden war, bot die Deutsche Bahn auf dieser Verbindung einen Zwei-Stunden-Takt an, das waren acht Züge am Tag je Richtung.

          Zahl der Fahrgäste zu gering

          Vor Jahresfrist waren noch fünf Züge je Richtung davon geblieben, seit Juni verkehren nur noch vier. Von Dezember an werden es nun nur noch drei sein. Ein Bahn-Sprecher bestätigte einen entsprechenden Bericht der Fachzeitschrift „Eisenbahn-Magazin“. Er verwies auf die geringe Zahl von Fahrgästen auf dieser Verbindung, manchmal säßen nur 50 Leute in den Waggons. Nach seinen Angaben wird der Zug entfallen, der derzeit noch um 9.22 Uhr Mainz in Richtung Wiesbaden/Köln verlässt, und der Zug, der sich um 18.58 Uhr umgekehrt in Köln auf den Weg nach Wiesbaden und Mainz macht.

          Als die Bahn im Mai mitgeteilt hatte, sie werde im Juni die Zahl der Verbindungen von fünf auf vier reduzieren, hatte es in Wiesbaden erhebliche Proteste gegeben. Der seinerzeitige Oberbürgermeister Hildebrand Diehl (CDU) hatte darauf verwiesen, dass als Folge der Übernahme der Wiesbadener DBV-Winterthur durch den Kölner Axa-Konzern die Zahl der Reisenden eher steigen werde.

          Der Bahn-Sprecher hob hervor, die Zahl der Halte in Limburg und Montabaur werde sich mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember nicht ändern. Statt der Pendelzüge am Nachmittag, die es künftig nicht mehr gebe, hielten dort zu etwa der gleichen Zeit durchgehende Züge ins Ruhrgebiet. Die dadurch verlorene Zeit sparten sie dadurch ein, dass sie in Köln auf den Umweg über den Hauptbahnhof verzichteten und nur in Deutz stoppten.

          Angebot größer als Nachfrage

          Der Sprecher der Bahn bestätigte, dass die Bahn von Dezember an mehr Züge vom Typ ICE 3, die als einzige auf der Neubaustrecke nach Köln verkehren dürfen, für die andere Neubaustrecke Richtung Paris benötigt. Es sei allerdings nicht so, dass Fahrzeugmangel der Grund für die Ausdünnung des Fahrplans sei. Vielmehr sei das Angebot derzeit größer als die Nachfrage. „Wir haben manche Züge fahren lassen, nur weil wir sie hatten.“

          Trotz der Kürzungen dürfte das Angebot auf der Strecke vom Rhein-Main-Gebiet nach Köln immer noch größer sein als vor Inbetriebnahme der Neubaustrecke. Nach Bahn-Angaben ist die Zahl der Fahrgäste zwischen Köln und Frankfurt seit ihrer Eröffnung um 36 Prozent gestiegen.

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