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Unternehmen aus Rhein-Main : Das Dax-Dilemma

Keine neue Beteiligung aus Rhein-Main: Der Dax steigt und fällt ohne zusätzliche Unternehmen der Region. Bild: dpa

Bei der Dax-Erweiterung ist kein Unternehmen aus der Region als Kandidat in Sicht. Das ist besorgniserregend für eine Region, die sich zukunftsfähig aufstellen muss.

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          In Frankfurt ist man stolz auf den Dax, und das zu Recht. Wenn Fernsehsender auf das Frankfurter Börsenparkett schalten, zementiert das die Wahrnehmung der Stadt als wichtigstes Finanzzentrum des Landes und Kontinentaleuropas. Das ist gut für die hiesige Wirtschaft, denn ein starker Finanzplatz hat Sogwirkung auf andere Banken, aber auch auf Berater und Anwälte. Weniger gut jedoch ist, dass es immer weniger Dax-Unternehmen in der Region gibt. Wenn im nächsten Jahr der deutsche Leitindex von 30 auf 40 Titel erhöht wird, gibt es Stand jetzt keinen ernsthaften Kandidaten aus Rhein-Main, um die zehn zusätzlichen Plätze zu füllen.

          Sicher, über die Wirtschaftskraft sagt das wenig aus, schließlich baut die deutsche Volkswirtschaft seit jeher auf tüchtigen Mittelständlern und langfristig denkenden Familienunternehmen auf. Diese Struktur trägt auch die Rhein-Main-Region.

          Zu wenige Kandidaten

          Trotzdem wirft die abnehmende Präsenz vor allem Frankfurter Unternehmen im deutschen Leitindex ein schlechtes Licht auf die Zukunftsfähigkeit des Standorts. Denn an den Börsen werden die Stars von morgen gemacht, und das gilt in der digitalen Welt mit ihren Skaleneffekten viel mehr als im einstigen analogen Zeitalter. Heute gilt es mit Blick auf die Plattform-Ökonomie, schnell zu wachsen, um nach dem Prinzip von „The winner takes it all“ möglichst viel von einem Geschäftsfeld möglichst früh zu besetzen. Doch diese Geschwindigkeit lässt sich nur mit Ausdauer und mit genügend Kapital erreichen.

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          Dass aus der Region mit der Deutschen Bank, der Deutschen Börse, Merck, Fresenius und Fresenius Medical Care nur noch fünf Konzerne im Dax gelistet sind, ist zwar noch kein Zeichen dafür, dass die Unternehmen aus Rhein-Main der Börse grundsätzlich die kalte Schulter zeigen. Doch die Bestandsaufnahme ist Beleg dafür, dass es zuletzt aus der Region zu wenige ernsthafte Kandidaten für das Parkett gab, sich mögliche Neulinge nicht an die Börse gewagt oder die dortigen Konzerne zuletzt zu wenig Wachstum vorgelegt haben.

          Alle drei Fälle sind besorgniserregend für eine Region, die sich zukunftsfähig aufstellen muss. Dass ausgerechnet die Finanzhauptstadt Frankfurt beim Börsenboom offenbar außen vor bleibt, ist ein Dilemma. Und die Dax-Präsenz steht exemplarisch dafür.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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