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Games-Branche : Das Computerspiel des Jahres kommt aus Frankfurt

Retter der Welt: Beim preisgekrönten Spiel „Portal Knights“ können Nutzer sich eigene Charaktere zusammenstellen. Bild: Unternehmen

Ein Entwickler aus Frankfurt-Sachsenhausen räumt den Preis für das beste deutsche Spiel ab. Und noch ein weiteres Frankfurter Unternehmen hat Grund zum Jubeln.

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          Die freundliche Welt gibt es nicht mehr, sie wurde in Stücke gerissen und in die Dunkelheit gestürzt. Was mal eins war, ist nun geteilt, die zerbrochenen Reiche wurden vom Bösen erobert und eingenommen. Es ist die Zeit für Helden, die mutig genug sind, die zerschlagenen Reiche wieder zu vereinen. Das ist der Stoff, aus dem das beste Spiel des Jahres gestrickt ist, und es kommt aus Frankfurt. Der in Sachsenhausen ansässige Entwickler Keen Games erhielt am Mittwoch den mit 110.000 Euro dotierten Preis für das beste deutsche Computerspiel aus den Händen von Digitalminister Alexander Dobrindt (CSU) für „Portal Knights“.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Auch am Tag nach der Verleihung kann Juliane Richter ihr Glück immer noch kaum fassen. Richter, seit 2011 bei Keen Games, ist für die Entwicklung der Software verantwortlich. Man habe sich schon gefreut, in drei Kategorien – neben dem besten Spiel noch beim besten Kinder- und beim besten Jugendspiel – nominiert worden zu sein. „Dass wir gewonnen haben, damit hatten wir wirklich nicht gerechnet“, sagt Richter. Am 19. Mai erscheint „Portal Knights“ offiziell für Playstation und Xbox, laut Keen Games haben sich bereits rund eine halbe Million Interessenten die Testversion auf den PC geladen. Zwölf bis fünfzehn Personen haben in den vergangenen Monaten an dem Rollenspiel gearbeitet, bei dem sich der Spieler einen Charakter zusammenstellt, auf dem Siegeszug zum Weltretter auf zahlreiche Gegner trifft und mit Online-Mitspielern Minenschächte erkunden, Burgen bauen und Gewitterstürme überstehen muss.

          „Für uns ist Frankfurt extrem gut“

          Richter vermutet, die gelungene Mischung des Spiels habe den Ausschlag für den Preis gegeben: Es sei gelungen, Bestandteile aus Action- und Rollenspielen mit sogenannten Sandbox-Elementen zu verbinden, bei denen die Nutzer sehr stark die virtuellen Welten umbauen können, in denen sie agieren. Die Jury der Auszeichnung begründete ihre Auswahl damit, „Portal Knights“ besteche durch einen kunterbunten wie cleveren Mix aus bekannten Elementen und überzeuge große wie kleine Spieler gleichermaßen. Im Vergleich zu Millionenhits wie World of Warcraft oder Final Fantasy wirkt es optisch kindgerechter und erinnert an Minecraft, ein kreatives und beliebtes Online-Aufbauspiel, das sich mehr als 120 Millionen Mal verkaufte. „Portal Knights“ war schon im Dezember mit dem Deutschen Entwicklerpreis bedacht worden.

          Noch ein anderes Frankfurter Unternehmen hatte in der Hauptstadt Grund zum Jubeln. Der international bekannte Entwickler Crytek erhielt für das Virtual-Reality-Spiel „Robinson: The Journey“ den mit 40.000 Euro dotierten Preis für die beste Inszenierung. Juliane Richter sagt, die Trophäen seien auch eine Auszeichnung für den Computerspiele-Standort Frankfurt. „Für uns ist Frankfurt extrem gut“, berichtet sie von dem 2005 gegründeten Unternehmen, das 50 Mitarbeiter beschäftigt. Die Nähe zum Flughafen, aber auch die gestiegene Bekanntheit der Stadt in Entwickler-Kreisen durch Crytek helfe, gute Talente an den Main zu holen. Nach der Preisverleihung habe man in Berlin natürlich ausgelassen gefeiert, berichtet Richter. Und sich vielleicht ein wenig gefühlt, als habe man die Welt gerettet. So wie der Held in „Portal Knights“.

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