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Gewinnprognose angehoben : Merck wächst nicht nur aus eigener Kraft

Verdient mehr Geld als vor Jahresfrist: Merck in Darmstadt Bild: Frank Röth

Der Darmstädter Merck-Konzern ist im dritten Quartal weiter gewachsen und erwartet für das Gesamtjahr nun höhere Erlöse und Profite als bisher gedacht. Das Flüssigkristall-Geschäft steht aber unter Druck.

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          Nach einem merklichen Umsatzwachstum aus eigener Kraft von Juli bis Ende September und dem Zukauf des Unternehmens Versum in den Vereinigten Staaten blickt der Darmstädter Merck-Konzern nun zuversichtlicher auf den weiteren Jahresverlauf als bisher. Der Hersteller von Arzneien, Chemikalien und Laborbedarf hebt in der Folge die Prognose für Umsatz und Betriebsgewinn an. Unter Druck steht jedoch das jahrelang schöne Zuwächse und enorm hohe Marktanteile verzeichnende Geschäft mit Flüssigkristallen für Flachbildschirme und Handys. Merck hatte diesen Rückgang der Erlöse aber vorhergesagt.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Im frühen vorbörslichen Handel konnte sich die Aktie von Merck verbessern. Sie stieg beim Wertpapierhändler Lang & Schwarz um 1,9 Prozent auf 111,50 Euro. Das war der höchste Kurs seit mehr als einem Jahr. Im Verlauf ist sie aber ins Minus gedreht. Der Titel klettert dessen ungeachtet seit Anfang Juni unter dem Strich stetig. Die Analysten der Großbanken JPMorgan und UBS empfehlen nach wie vor, das Papier zu halten, das gleiche gilt für das Analysehaus Pareto, das mit 106 Euro das im Vergleich der drei Häuser das höchste Kursziel steckt. UBS hält Merck bei 96 Euro für fair bewertet. JP Morgan lieg dazwischen. Das südhessische Unternehmen habe starke Zahlen vorgelegt, meint Analyst Richard Vosser.

          90 Millionen Euro Gewinn von Versum erwartet

          Wie Merck mitteilt, soll der Konzernumsatz zu Ende Dezember 15,7 Milliarden Euro bis 16,3 Milliarden Euro betragen; das sind 400 Millionen Euro mehr als bisher vorhergesagt. Das organische Wachstum werde drei bis fünf Prozent betragen; im dritten Quartal betrug es den Angaben zufolge 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

          Den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, von Merck Ebitda pre genannt, erwartet die Geschäftsleitung um ihren Vorsitzenden Stefan Oschmann in einem Korridor zwischen 4,23 Milliarden Euro und 4,43 Milliarden Euro. Versum, ein Hersteller chemisch-mechanischer Produkte und Halbleiter-Zulieferer, wird dazu 80 Millionen Euro bis 90 Millionen Euro beisteuern, wie es heißt.

          „Rasch entschulden“

          „Im dritten Quartal haben wir unsere Strategie weiter diszipliniert umgesetzt. Wir haben Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert, dank einer starken Leistung von Healthcare und Life Science sowie in allen Regionen“, wird Oschmann in einer Mitteilung zitiert. „Jetzt konzentrieren wir uns darauf, Cash zu erwirtschaften und somit rasch zu entschulden“, ergänzt Finanzchef Marcus Kuhnert.

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