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Chinesischer Autobauer : Daimler-Großinvestor Geely forscht künftig auch in Südhessen

  • Aktualisiert am

Entwickelt bald auch in Südhessen: Geely Bild: dpa

In der Nachbarschaft von Opel in Rüsselsheim will nicht nur der Dienstleister Segula einen Campus schaffen, der Autobauer Geely plant das auch. Wie viele Mitarbeiter die Chinesen wollen, ist auch klar.

          Der chinesische Autobauer Geely baut im südhessischen Raunheim ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum auf und will dort in den nächsten Jahren 300 Mitarbeiter einstellen. Der Schwerpunkt an dem Standort im Rhein-Main-Gebiet soll auf der Entwicklung von Elektro-Autos im Premiumsegment liegen, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

          Geely ist in Europa bereits im schwedischen Göteborg und im britischen Coventry mit Einheiten für Forschung und Entwicklung vertreten. Gründer Li Shufu ist mit einem Anteil von zehn Prozent größter Einzelaktionär bei Daimler. Außerdem ist die schwedische Marke Volvo Teil des Konzerns.

          Nähe zum Flughafen entscheidend

          Die Entscheidung zugunsten von Raunheim sei vor allem aufgrund der Nähe zum Frankfurter Flughafen gefallen, sagte ein Unternehmenssprecher. Man habe in Zentraleuropa nach einer guten Adresse gesucht, die die Bedeutung des Marktes widerspiegle, so der Sprecher weiter. Das Rhein-Main-Gebiet sei aufgrund seiner Erreichbarkeit, etwa aus China, für Geely ideal, zumal Deutschland die Topadresse der internationalen Autoindustrie sei. Die Firma habe sich bewusst dafür entschieden, nicht in einer ländlichen Region zu investieren, sondern im urbanen Rhein-Main-Gebiet, um in diesem Umfeld die Mobilität der Zukunft in Megacities mitzugestalten, sagte der Sprecher weiter.

          Derzeit sitzt Geely mit knapp 20 Mitarbeitern in einem Gebäude im Raunheimer Prime Parc. Wie Raunheims Bürgermeister Thomas Jühe (SPD) sagte, entsteht aber im dortigen Gewerbegebiet „Airport Garden“ ein neues Gebäude für Geely, das in anderthalb Jahren bezugsfertig sein soll.

          „300 Mitarbeiter nur erster Schritt“

          Jühe hob hervor, dass die Ansiedlung kein Erfolg Raunheims allein, sondern der Initiative „Drei gewinnt“ sei, in der die Städte Rüsselsheim, Raunheim und Kelsterbach gemeinsam unter anderem um chinesische Investoren werben. Die zusätzliche Gewerbesteuer durch neue Unternehmen werde geteilt: 40 Prozent erhält die Kommune, in die der Betrieb zieht, das Gros teilen sich die beiden anderen Gemeinden. Man habe dem Unternehmen besonders gute Konditionen bieten können, sagte Jühe zu den Bemühungen um den Autobauer. So habe man zum Beispiel geholfen, ein geeignetes Gebäude zu finden. „Wir haben sehr weitreichende Pläne mit Geely“, sagte Jühe. Demnach sieht die Stadt die Zahl von 300 neuen Mitarbeitern nur als erste Phase einer längeren Entwicklung.

          Die Chinesen machen mit der Investition in Raunheim dem französischen Dienstleister Segula gewisse Konkurrenz auf der Suche nach qualifizierten Kräften. Segula will in Nachbarschaft von Opel in Rüsselsheim einen eigenen Campus einrichten und dazu außer Mitarbeitern auch Teile des Entwicklungszentrums des Autobauers übernehmen.

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