https://www.faz.net/-gzg-a3e82

Impfstoff gegen Coronavirus : Millionenförderung für Biontech

Biontech Firmengelände in Mainz Bild: Bloomberg

Das Mainzer Biotech-Unternehmen Biontech erhält für seine Forschung an einem Impfstoff gegen Covid-19 eine Millionenförderung vom Bund. Dabei geht es um Produktionskapazitäten.

          1 Min.

          Für seine Forschungen an einem Impfstoff gegen das Coronavirus erhält das Mainzer Biotechnologieunternehmen Biontech vom Bundesforschungsministerium einen dreistelligen Millionenbetrag. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, sollen bis zu 375 Millionen Euro an Biontech fließen. Mit dem Geld soll die Entwicklung eines Impfstoffs beschleunigt werden. „Die Förderung ist ein wichtiger Beitrag, um die Entwicklung und den Ausbau unserer Produktionskapazitäten für einen Covid-19-Impfstoff in Deutschland zu beschleunigen“, sagte Biontech-Gründer und Vorstandschef Ugur Sahin.

          Daniel Schleidt
          Stellvertretender Koordinator der Wirtschaftsredaktion in der Rhein-Main-Zeitung.

          Biontechs Entwicklungspartner Pfizer werde seinen Anteil an den Entwicklungskosten des Impfstoffs mit dem Titel BNT162 weiterhin unabhängig und ohne die Verwendung staatlicher Gelder finanzieren, heißt es in einer Mitteilung von Biontech.

          Das Projekt der Mainzer ist eines von drei Programmen, die durch das Bundesforschungsministerium mit insgesamt bis zu 750 Millionen Euro gefördert werden. Der Tübinger Impfstoffentwickler Curevac hatte bereits Anfang September mitgeteilt, aus dem Sonderprogramm des Ministeriums bis zu 252 Millionen Euro zu erhalten. Laut Weltgesundheitsorganisation wird weltweit in rund 170 Projekten nach einem Impfstoff gesucht. Bei 26 Projekten laufen demnach bereits Testimpfungen.

          Erst kürzlich hat das Paul-Ehrlich-Institut mit Sitz in Langen die Genehmigung erteilt, einen Teil der Testphase für einen Impfstoff in Deutschland zu starten. Die Rekrutierung der Probanden hat demnach begonnen, insgesamt soll BNT162 an 28.000 Männern und Frauen getestet werden.

          Großbestellung des Impfstoffs

          Vergangene Woche hatte Biontech gemeinsam mit dem amerikanischen Pharma-Riesen Pfizer eine potentielle Vereinbarung mit der Europäischen Kommission über die Lieferung von Impfstoffdosen gegen das Coronavirus geschlossen. Demnach sollen im Falle eines klinischen Erfolgs der Forschung an einem Impfstoff und der behördlichen Genehmigung von Ende dieses Jahres an 200 Millionen Dosen an Mitgliedstaaten der Europäischen Union geliefert werden. Weitere 100 Millionen Dosen kann die EU-Kommission zusätzlich erwerben. 

          Die geplante Vereinbarung ist für die Mainzer der bisher größte Initialauftrag für die Lieferung eines Impfstoffs. 

          Weitere Themen

          Wie man um die Ecke schießt Video-Seite öffnen

          Geht doch! : Wie man um die Ecke schießt

          Ecken direkt verwandeln – auf dem Fußballplatz geht das noch vergleichbar einfach. Beim Tipp-Kick braucht es viel Feingefühl. Wir verraten, wie der perfekte Schuss um die Ecke gelingt.

          Topmeldungen

          Produktionsanlage für medizinisches Cannabis in Neumünster.

          Legalisierung von Cannabis : Freies Gras für freie Konsumenten?

          Die neue Koalition könnte eine liberalere Cannabis-Politik etablieren, dafür sprechen die Wahlprogramme der Parteien. Der Schritt würde die Justiz entlasten – aber was bedeutet er für die Gesundheit der Deutschen?
          Kollegen der Nowaja Gaseta in Moskau gratulieren Dmitrij Muratow zum Friedensnobelpreis nach der Bekanntgabe ab 8. Oktober 2021.

          Putin und der Nobelpreis : Kein Schutz für Muratow

          Wladimir Putin mahnt den russischen Friedensnobelpreisträger Dmitrij Muratow zur Vorsicht. Der Chefredakteur der kremlkritischen Zeitung Nowaja Gaseta könnte als ausländischer Agent eingestuft werden.
          Der Dodo weiß: Der Anthropozentrismus ist unüberwindbar. Aber das heißt nicht, dass er nicht anpassungsfähig wäre.

          Tier- und Naturrechte : Mutter Erde als Rechtsperson

          Ökosysteme, Klima und Tiere benötigen umfassenden Schutz. Doch lässt sich die Natur nur retten, indem wir Tieren und Pflanzen Rechte verleihen? Die Forderung nach einem Klagerecht für die Natur hat einen blinden Fleck.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.