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Corona und Taxis : Der Steuermann

Hans Peter Kratz - Chef des Frankfurter Taxiverbandes. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist er Sprecher der Taxiunternehmer in Hessen und Frankfurt. So eine Krise wie jetzt, hat er noch nie erlebt. Bild: Frank Röth

Wann immer es in der Politik um Taxis geht, führt keine Route an Hans-Peter Kratz vorbei, dem obersten Lobbyisten der hessischen Taxiunternehmer. Derzeit muss er seinen schwersten Kampf führen: Es geht um den Fortbestand einer ganzen Branche.

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          Wer drei Jahrzehnte im Geschäft ist, kann viele Kriegs- und Krisengeschichten erzählen. Über die Dotcom-Blase 2000 zum Beispiel, als sich das Geld von Millionen Aktionären plötzlich im Internet auflöste. Und über den 11. September 2001, als nach den Terroranschlägen kaum jemand mehr fliegen wollte. Über die Lehman-Krise 2008, als die Banken einander nicht mehr trauten und daran fast pleitegingen. Oder über die Eurokrise, als die Währungsunion zu zerbrechen schien.

          Falk Heunemann
          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Aber so eine Krise wie jetzt, sagt Hans-Peter Kratz, die habe er noch nie erlebt. "Eine Katastrophe ist das", sagt der 64 Jahre alte Taxiunternehmer. "Und es wird immer schlimmer." Früher, da habe es wenigstens immer ein Grundgeschäft gegeben, die Messen seien trotz allem weitergegangen, die Flugzeuge weiter geflogen - und brachten immer genügend Geschäftsreisende in die Stadt, die morgens ins Hotel und abends in ein Etablissement wollten. Doch mit Corona wurden Messen abgesagt, viele Hotels haben geschlossen, auf dem Flughafen ist so wenig los wie zuletzt in den Achtzigerjahren. Und statt großer Konferenzen gibt es Videochats aus dem Homeoffice.

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