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Coronakrise : Sorge um hessische Viehbauern

Afrikanische Schweinepest: Auch in Deutschland sind Wildschweine von der Krankheit betroffen. Bild: obs

Die Situation für hessische Viehbauern ist angespannt. Besonders Schweinehalter seien durch die Afrikanische Schweinepest und die Folgen der Corona-Pandemie stark betroffen.

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          Die hessische Bauernschaft beklagt schwierige Rahmenbedingungen. Die Schweinehalter seien durch das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen in Deutschland und durch von Corona verursachte Marktverwerfungen am stärksten betroffen. Deren Situation sei existenzgefährdend, sagte der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Karsten Schmal, zur Eröffnung der Landwirtschaftlichen Woche Nordhessen. Generell litten die Tierhalter unter unzureichenden Rahmenbedingungen. Als Beispiele nannte Schmal die Verwirklichung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung und die kürzlich vom Bundeskabinett verabschiedete technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft. Auch europäische Vorschriften würden verschärft. Dadurch sinke die Wettbewerbsfähigkeit. Durch den hohen Kostendruck sei ein Ausstieg aus der Tierhaltung programmiert.

          Patricia Andreae

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das würde eine Entwicklung fortsetzen, die das Statistische Landesamt erst kürzlich festgestellt hat: Demnach ist die Zahl der Betriebe mit Rinder- beziehungsweise Schweinehaltung in Hessen weiter rückläufig. 10.300 der 15.100 Landwirte in Hessen hielten 2020 Vieh. Im Vergleich zu 2016 gaben 1000 Betriebe die Viehhaltung auf, gegenüber der Zählung von 2010 waren es 3200 Betriebe weniger. Besonders die Schweinehaltung verlor nach Angaben der Statistiker stark an Bedeutung: Mit hessenweit gut einer halben Million Schweine ging der Bestand verglichen mit 1970 von 1,5 Millionen Schweinen um zwei Drittel zurück. Die Zahl der Schweinehalter hat sich zu 2010 von 5700 auf 2430 Betriebe mehr als halbiert. Deutlich mehr Betriebe hielten Rinder: Unter den 6400 mit insgesamt 408.800 Rindern waren 1700 Milchbauern mit 123.300 Kühen. Dennoch gaben im Vergleich zu 2010 etwa 2000 Betriebe die Rinderhaltung auf, und 2200 Betriebe stiegen aus der Milcherzeugung aus.

          „Die wirtschaftliche Situation auf den Höfen ist sehr angespannt“, sagte Schmal. Die Landwirte seien frustriert, weil den hohen Kosten keine adäquaten Erzeugerpreise gegenüberstünden. Die Dauerniedrigpreispolitik des Lebensmitteleinzelhandels müsse ein Ende haben. Heimische Produkte, die mit höheren Qualitätsstandards als Auslandsware erzeugt würden, benötigten einen „Deutschland-Bonus“. Zu den Vorschlägen von Jochen Borchert, Vorsitzender des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung, merkte Schmal an, die Vorschläge für mehr Tierwohl seien sehr ambitioniert und verlangten den Bauernfamilien viel ab.

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