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Autozulieferer Vitesco : Continental will in Schwalbach ein Drittel der Stellen abbauen

Abbauplan: Continental will bei der Tochter Vitesco in Schwalbach 178 Stellen streichen Bild: Maximilian von Lachner

Der Autozulieferer Continental will die Belegschaft seiner Tochter Vitesco in Schwalbach nahe Frankfurt verkleinern. Ein Drittel der Arbeitsplätze ist in Gefahr. Die IG Metall erachtet den Plan als „ziemlich bescheuert“.

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          Der Automobilzulieferer Continental will außer in Babenhausen an einem weiteren Standort im Rhein-Main-Gebiet eine größere Zahl von Stellen abbauen. Wie die F.A.Z. erfuhr, stehen in Schwalbach am Taunus gut ein Drittel der Arbeitsplätze bei der Tochtergesellschaft Vitesco Technologies auf dem Spiel. Vitesco ist die frühere Continental Powertrain, die Einheit für Antriebstechnologien. Die Ingenieure in Schwalbach entwickeln dafür Systemsteuerungen.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Betriebsrat bestätigte die Abbaupläne des Unternehmens. Demnach geht es um 178 der 509 Arbeitsplätze in der Firma. Der Frankfurter IG-Metall-Geschäftsführer Michael Erhardt sagte, die Pläne gingen über das hinaus, was Continental im vergangenen Jahr verlautbart habe. Im Sommer hatte der Konzern mitgeteilt, das Unternehmen ganz klar auf Elektrifizierung und E-Mobilität auszurichten.

          Leute fühlen sich verschaukelt“

          „Der Rückgang im Verbrenner-Geschäft und der daraus resultierende Auftrags-Rückgang im Bereich der Kraftstofffördersysteme sowie im Bereich der Motorsteuerungen für Dieselfahrzeuge führt auch am Standort Schwalbach zu einer Anpassung oder einem Auslauf der Entwicklungsaktivitäten für diese Bereiche“, teilte nun eine Sprecherin mit. Sie verwies auf die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern. Eine konkrete Zahl nannte sie nicht. Der Abbau solle „sozialverträglich“ geschehen. Mitarbeiter könnten interne Versetzungsangebote nutzen.

          Aus Sicht der Gewerkschaft ist der Abbau „ziemlich bescheuert“, wie Erhardt sagte. Entwicklungskapazitäten seien sensibles Know-how. Das Angebot zum Umzug an den Standort Regensburg wird ins Leere laufen, wie der Gewerkschafter meint. Begründung: Die Entwickler würden in Rhein-Main eine andere Stelle finden. Dann sei ihr Know-how für Vitesco verloren.

          Deutliche Worte fand Erhardt für den Zeitpunkt, den Abbauplan bekanntzugeben. Die Belegschaft habe davon einen Monat nach der Zustimmung zum geplanten Betriebsübergang zu Vitesco erfahren. Nun fühlten sich die betroffenen Mitarbeiter verschaukelt.

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