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Chemieindustrie : Falsche Dichtung verursachte Unfall im Industriepark Höchst

Eine falsche Dichtung ist „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ die Ursache für den jüngsten Unfall beim Chemieunternehmen LII Europe im Industriepark Höchst gewesen. Bei einer Untersuchung wurden zudem weitere Mängel entdeckt.

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          Eine falsche Dichtung ist „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ die Ursache für den jüngsten Unfall beim Chemieunternehmen LII Europe im Industriepark Höchst gewesen. Dies haben Untersuchungen an der schadhaften Anlage ergeben, wie ein Sprecher von LII Europe dieser Zeitung auf Anfrage sagte. Zudem seien weitere Mängel entdeckt worden.

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          In der Nacht zum Mittwoch vergangener Woche war aus einem Leck in einer Anlage von LII Europe ein sogenanntes Wärmeträgeröl ausgetreten, das zur Kühlung eingesetzt wird. Die Flüssigkeit verdampfte an dem mehrere hundert Grad heißen Behälter. Dadurch entwickelte sich eine übelriechende Wolke, die einige Stunden über dem Betriebsgelände stand und schließlich von der Werkfeuerwehr des Industriepark-Betreibers Infraserv mit Wasser aufgelöst wurde.

          „Erstaunlich, daß sie solange durchgehalten hat“

          Zwischenzeitlich hatte die Dampfwolke auch in Sindlingen zu Geruchsbelästigungen geführt - gefährdet oder verletzt wurde aber laut Feuerwehr niemand.

          Wie der Firmensprecher weiter ausführte, wurden bei der Untersuchung noch weitere falsche Dichtungen gefunden. Die Fehler seien bei der Montage der Anlage durch eine Fremdfirma vor etwa einem Jahr geschehen. Die Dichtung, durch die am Mittwoch das Öl entwich, sei „aufgequollen und thermisch überbelastet“. Angesichts dessen sei es „erstaunlich, daß sie solange durchgehalten hat“. LII Europe habe bei der Ausschreibung der Montagearbeiten keinen Fehler begangen, sagte der Sprecher. Allerdings liege die Betreiberverantwortung klar bei LII Europe. Die Chemiefirma müsse sicherstellen, daß am Ende der Montage die richtigen Teile eingebaut seien.

          Firma will künftig Stichproben

          Um ähnlichen Pannen vorzubauen, werde LII Europe seinen Arbeitsablauf bei Montagen ändern und künftig bei Arbeiten, die an anderen Firmen vergeben werden, verstärkt Stichproben vornehmen. Die schadhafte Anlage ist seit dem Mittwoch auf Anordnung des Regierungspräsidiums Darmstadt außer Betrieb. LII Europe hofft aber, sie noch in dieser Woche wieder anfahren zu können. Durch den Vorfall und den daraus folgenden Produktionsausfall sei der Chemiefirma ein Schaden in Höhe eines niedrigen fünfstelligen Euro-Betrags entstanden.

          Vor dem Unfall am Mittwoch hatte LII Europe mehr als zweieinhalb Jahre lang störungsfrei gearbeitet. Zuletzt hatte es im Dezember 2001 einen Riß in einer Reinigungsanlage gegeben, wodurch Säure nach außen gedrungen war.

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