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Chemie/Pharma : Im Industriepark Höchst weiter kräftig investiert

  • Aktualisiert am

Der Industriepark Höchst im Frankfurter Westen Bild: Infraserv

Trotz einer anhaltend schwierigen Chemiekonjunktur zieht der Industriepark Höchst weiter Kapital an. Im zu Ende gehenden Jahr haben Unternehmen dort wieder mehr investiert als zu besten Hoechst-Zeiten.

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          Trotz einer anhaltend schwierigen Chemiekonjunktur zieht der Industriepark Höchst weiter Kapital an. Im zu Ende gehenden Jahr haben Unternehmen rund 390 Millionen Euro in Anlagen auf dem Gelände der früheren Hoechst AG im Frankfurter Westen investiert. Die war in etwa der gleiche Betrag wie im Jahr zuvor. In den vergangenen fünf Jahren wurden etwa zwei Milliarden Euro in den Industriepark gesteckt. Die Investitionssumme lag 2004 wiederum deutlich über der Summe der Mittel, die die Hoechst AG in ihren besten Jahren in die Hand nahm, wie Dieter Kreuziger, der scheidende Geschäftsführer des Industrie-Parkbetreibers Infraserv, am Donnerstag abend bei einem Presseabend sagte. Der Standort nehme im internationalen Vergleich eine Spitzenposition ein.

          Diese Stellung will Infraserv unter Führung von Kreuzigers Nachfolgern Roland Mohr und Jürgen Vormann behaupten und stärken. Zwar liege der Industriepark in Europa bei den Energiekosten, die Unternehmen zu tragen haben, schon jetzt im unteren Drittel. Doch sieht die neue Strategie vor, die Effizienz auch durch Vorschläge aus der Belegschaft zu steigern und Kosten zu senken, um attraktiv zu bleiben. „Ein bißchen was bei uns ins Töpfchen, ein bißchen was an die Kunden weitergereicht - dann sind alle zufrieden, auch die Kunden, selbst wenn sie Gesellschafter sind“, sagte Kreuziger mit Blick auf die Unternehmen Celanese, Clariant und Sanofi-Aventis.

          Aventis hat allein 230 Millionen Euro investiert

          Der im Sommer von Sanofi-Synthélabo übernommene Pharmakonzern Aventis hat in diesem Jahr allein 230 Millionen Euro in Anlagen in Höchst investiert hat. Infraserv selbst hat 64,5 Millionen Euro in den Industriepark gesteckt und ist damit knapp unter den geplanten 70 Millionen Euro geblieben. 2005 wird sich Infraserv wie angekündigt von der Handelstochter Chemfidence und Teilen des Technikgeschäfts trennen, um sich auf die Kernaktivität zu konzentrieren.

          Obwohl die Infraserv, die Unternehmen am Standort unter anderem mit Energie versorgt, sich um Abwässer kümmert und Anlagen instandhält, Preise von Dienstleistungen gesenkt hat, konnte sie ihr Umsatzniveau in etwa halten. Einschließlich der Umsätze mit Tochtergesellschaften erlöste sie 990,6 Millionen Euro, im Vorjahr waren es 1,015 Milliarden Euro gewesen. Im neuen Jahr will Infraserv wie schon 2004 Marktanteile im Industriepark und außerdem desselben hinzufügen. Auch sollen weitere Unternehmen für den Standort, auf dem sich rund 80 Firmen tummeln, gewonnen werden. „Auf diese Weise können wir die Kostenbasis verbessern, was im Sinne aller Unternehmen ist.“

          Internationaler Preis für Pemeas

          Kreuziger äußerte sich stolz über die Erfolge junger und innovativer Firmen, die in der jüngeren Vergangenheit sich in Höchst ansiedelten. Zu diesen Unternehmen zählt die aus der Celanese AG hervorgegangene Pemeas Fuel Cell Technologies, die besonders hitzebeständige Membran-Elektroden-Einheiten für mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellen herstellt. Die Pemeas, an der Infraserv über das Programm „Equity Lease“ beteiligt ist, ist Anfang Dezember als eines von nur fünf europäischen Unternehmen mit dem „Red Harring Top 100 Innovators Award 2004“ ausgezeichnet worden. Die Firma Covion, die Materialien für neuartige Displays für Fernsehgeräte entwickelt hat, belegte beim Wettbewerb um den Hessischen Innovationspreis den zweiten Platz.

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