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Catering : Gans bequem

Knusprige Bescherung: Wer Weihnachten ohne Stress feiern will, ordert in der Hotelküche Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Die Gans ist nach wie vor der Klassiker der deutschen Weihnachtsküche. Wer an den Festtagen keine Zeit zum Brutzeln hat, lässt braten. Hotels und Caterer kochen auf Bestellung, auch für Kurzentschlossene.

          2 Min.

          Sie haben drollige Namen. „Gans ohne Stress“, „Gans to go“, „Gans@home“, „Ganz viel Gans“ – Hotelküchen und Cateringfirmen im Rhein-Main-Gebiet sind erfinderisch, wenn es darum geht, Jahresendzeit-Gestressten das Weihnachtsmenü für zu Hause schmackhaft zu machen.

          Petra Kirchhoff
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Vorbei die Zeiten, als Mutter wie selbstverständlich stundenlang in der Küche schnippelte und schmurgelte. Heute sinken Mann wie Frau erschöpft ins Sofa vor dem Weihnachtsbaum und haben nur den Wunsch, es sich kulinarisch so bequem wie möglich zu machen. Oder: Die Kinder reisen von weither an, haben nur wenig Zeit mitgebracht, und die möchte die Mutter nicht auch noch in der Küche verbraten.

          Bestellungen bis kurz vor Weihnachten

          So kommt es vermutlich, dass die fertige Gans für zu Hause seit zwei, drei Jahren Konjunktur hat – und nach Auskunft von hiesigen Hotel- und Feinkostbetrieben in diesem Jahr noch einmal deutlich mehr als bisher. Das Hotel Intercontinental in Frankfurt etwa hatte bis zum Dienstag schon dreimal so viele Vorbestellungen wie im vergangenen Jahr. Bei Dario Cammarata, Chefkoch im Restaurant Gusto in der Villa Kennedy, ist es ebenso. „Das ist eine sehr erfolgreiche Geschichte.“

          Zwischen 100 und 130 Gänse liefert das Steigenberger-Hotel in Bad Homburg, das vor sechs Jahren mit dem Gans-Catering begann, in jedem November und Dezember aus. Bis zu 15 Gänse auf einmal kann der Chef der Hotelküche in den Ofen schieben. „Wir haben ganz andere Kapazitäten“, sagt der stellvertretende Hoteldirektor Ronny Riedel.

          Aus diesem Grund sind viele Betriebe, die ohnehin vor den Festtagen auf vollen Touren arbeiten, in der Lage, auch noch bis kurz vor Weihnachten Bestellungen anzunehmen. Allerdings sollten Interessenten nicht bis auf den letzten Drücker warten, denn in einigen Küchen sind die Gänse bereits knapp. Die Menü-Angebote sind nahezu identisch, wie ein Vergleich zeigt. Im Durchschnitt bringen die angebotenen Gänse 4,5 bis fünf Kilogramm auf die Waage – ein Gewicht, das die einen Küchen für fünf, andere für vier Personen ansetzen. Wenn Kinder mitessen, ändert sich das Verhältnis noch einmal.

          Gans-Menü von 79 Euro an

          Preislich gibt es durchaus Unterschiede. Die Steigenberger-Hotels Metropolitan und Frankfurt-City sowie das Fleming’s-Hotel haben mit 79 Euro das günstigste Gans-Menü im Angebot und damit, wie eine Sprecherin betont, „äußerst eng“ kalkuliert. Umgerechnet kommt die Portion auf 15,80 Euro. Die Gänse der drei Hotels kommen aus der „EU-Zone“. Polen und Ungarn gibt das Steigenberger in Bad Homburg als Herkunftsländer an. Die Preise für deutsche Gänse seien um ein Drittel nach oben gegangen, sagt Riedel.

          Dagegen verarbeiten die teureren Hotel-Anbieter (Villa Kennedy, Frankfurter Hof, Intercontinental) deutsche Dithmarscher Gänse aus Freilandhaltung. „Man kann sich nicht nur über den Preis profilieren, es geht auch um Qualität“, sagt Romy Stein vom Mainzer Caterer Gaus, der seine Ware ebenso aus Dithmarschen bezieht. In der Regel liefern alle Anbieter die fertige Gans samt Beilagen – tranchiert, gut verpackt und mit Anleitung für die Zubereitung – nach Hause. Der Transport wird bei den einen pauschal über den eigenen Taxi-Service abgerechnet (das Fleming’s etwa verlangt 14 Euro im Frankfurter Stadtgebiet), andere ordern ein Taxi. Dann werden die normalen Taxigebühren fällig.

          Wenig Werbung in eigener Sache macht Marcus Dahlke, Inhaber von Feinkost Feickert in Wiesbaden, der den vier Kilogramm schweren Gänsebraten zum Abholpreis von 75 Euro anbietet und bereits ausgebucht ist. Eine Gans sei „leichter, krosser und schmackhafter“, wenn sie frisch zubereitet und nicht warmgemacht werde, sagt der Feinkost-Fachmann. Die Zubereitung zu Hause sei „kein Hexenwerk“, meint er. Und außerdem: „Dass es an Weihnachten nach Fett und Braten riecht, gehört doch irgendwie dazu.“

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