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Busunternehmen in der Krise : Angst vor dem Herbst

Stillstand am Flughafen: Auch das Busunternehmen Sack von Claudia und Gerd Jäger war davon betroffen. Bild: Hannah Aders

Das Geschäft der Busunternehmer kehrt langsam zurück. Nicht nur wegen der neuen Delta-Variante bleibt es trotzdem schwierig. Erste Betriebe in Rhein-Main geben auf.

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          Horst Lossa ist dünnhäutig geworden, die inzwischen eineinhalb Jahre Existenzkampf in der Pandemie haben ihm zugesetzt. Und so sagt der Geschäftsführer des nach seiner Familie benannten Busunternehmens aus Oberursel: „Ich habe Angst vor Oktober.“ Um die 60 Prozent des früheren Geschäfts sind gerade erst zurückgekehrt, da droht schon wieder eine Corona-Welle anzurollen. Zwei von vormals zehn Bussen hat Lossa, der das Unternehmen mit seiner Schwester führt, bereits verkauft, drei Fahrer hat er entlassen müssen. Für die verbliebenen Fahrzeuge gibt es zumindest in der Ferienzeit Buchungen. Danach sind die Auftragsbücher jedoch wieder ziemlich leer. Spekulationen über die Auswirkungen der neuen Delta-Variante schrecken Interessenten offenbar ab, auch wenn Reisebusse nach der Studienlage keine Infektionspunkte sind.

          Inga Janović
          Redakteurin im Regionalteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortliche Redakteurin des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          In den Ferien unternehmen vor allem Kindergruppen Ausflüge, Lossa hat zudem regelmäßige Aufträge für die Stadt Frankfurt, auch hier fährt er vor allem den Nachwuchs. „Man darf sich nicht zu schade sein“, sagt der Unternehmer, der nun wieder häufiger selbst am Steuer sitzt. Wer auf die wohlsituierten Seniorengruppen wartet, die vor der Pandemie die Hauptkunden der Busreise-Anbieter waren, muss Geduld haben. Das Reiseangebot für sie ist schon wieder groß, wenn es sich auch anders als früher auf Ziele in Deutschland oder vielleicht noch Österreich und Italien beschränkt. Mit dem Bus nach Spanien, das möchte momentan kaum jemand.

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