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Weidmanns Abgang : Ein Verlust für Frankfurt

Jens Weidmann 2019 in Frankfurt Bild: Wolfgang Eilmes

Jens Weidmann war nicht die Stimme des Finanzplatzes Frankfurt. Aber als vehementer Verfechter einer stabilen Geldpolitik hat er sich um den wichtigsten Standort der Branche im Euroraum verdient gemacht.

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          Jens Weidmann hat die Dekade als Präsident der Deutschen Bundesbank nicht unbedingt dafür genutzt, überschwänglich die Vorzüge Frankfurts als Bankenstandort herauszustreichen. Er wird nach seinem Abgang auch nicht primär als Stimme des Finanzplatzes in Erinnerung bleiben. Doch als vehementer Verfechter einer stabilitätsorientierten Geldpolitik hat sich Weidmann in anderer Rolle verdient gemacht um den Finanzplatz am Main als dem wichtigstem Standort dieser Branche im Euroraum.

          Dass Weidmann dabei oft hart gegen Widerstände im Zentralbankrat der nur wenige Kilometer entfernten Europäischen Zentralbank, aber auch im politischen Berlin angekämpft hat, rechnen ihm Vertreter der für Frankfurt so wichtigen Finanzindustrie hoch an – und es schürt gleichzeitig die Sorge, dass sich Weidmanns Nachfolger weniger rigide zum Beispiel gegen die ultralockere Geldpolitik der EZB auflehnen könnte.

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