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Das Verbraucherthema : Brezel, Bagels, Mettbrötchen

Für den Hunger im Zug: Der Traffic Snack am Frankfurter Hauptbahnhof Bild: Helmut Fricke

Früher hat sich der Mensch vor der Reise selbst ein Butterbrot geschmiert. Heute erledigen das Ketten wie Quicker’s, Ditsch und Le Crobag. Ein Rundgang am Frankfurter Hauptbahnhof.

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          Es wäre so einfach: Ein paar Scheiben vom Brot heruntergeschnitten, Wurst und Käse aus dem Kühlschrank drauf, eine leere Sprudelflasche mit Apfelsaft und Wasser aufgefüllt - fertig ist das Carepaket für die Reise. Gut und günstig.

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Doch der Mensch ist bequem geworden - zur Freude all der Unternehmen, die sich mit Snackbars und Imbissbuden an Flughäfen und Bahnhöfen eine goldene Nase verdienen. Auch am Frankfurter Hauptbahnhof werden die Essensplätze immer mehr. Burger und Pommes, Brötchen und Kuchen, Fisch und Pasta, Bagels und Obstsalat - für jeden Geschmack gibt es ein Angebot. Erst im vergangenen Jahr ist die Markthalle neu eröffnet worden mit 1000 Quadratmetern für unterschiedlichste Food-Konzepte.

          Weil es Reisende in der Regel eilig haben, schauen sie bei der Versorgung nicht so genau auf den Preis. Für Getränk, Brötchen und vielleicht noch eine Zeitung sind dann mal eben schnell 10 Euro ausgegeben - womöglich von einem, der vorher intensiv im Internet recherchiert hat, ob es den Fahrschein nicht ein paar Euro günstiger gibt.

          Rossmann ist eine günstige Alternative

          Wer aber öfter verreist und sich, auf einen verspäteten Zug wartend, einmal am Frankfurter Bahnhof umgeschaut hat, weiß womöglich, wo es lecker und günstig ist. Längst kein Geheimtipp mehr ist die Express-Filiale von Rossmann im Untergeschoss. Den Standort muss man allerdings kennen. In der Rossmann-Bahnhofsdrogerie finden Reisende - neben Drogerieartikeln und Lebensmitteln - vor allem Erfrischungsgetränke besonders günstig - zum Beispiel das 0,5-Liter-Fläschchen Apfelschorle „Bleib gesund“ für 0,59 Euro oder den halben Liter Wasser für 0,70 Euro, 25 Cent Pfand inklusive. Das ist im Schnitt dreimal so günstig wie die Preise, die in der Bahnhofshalle eine Etage höher für Getränke verlangt werden (siehe Tabelle). Auch bei Fußballfans, die sich hier vor dem Spiel günstig mit Bier versorgen, ist die Filiale beliebt. Eilig haben sollte man es dann allerdings besser nicht.

          Beim Getränkepfand geht es ein bisschen durcheinander. Mehrheitlich werden für die Wasserflasche 25 Cent und für die Apfelschorle 15 Cent Pfand verlangt; in Eifler Café am Südausgang kostet beides 25 Cent Pfand. Warum die Rossmann-Apfelschorle keine Pfandflasche ist, versteh, wer will. Einige Läden zeichnen die Preise mit Pfand aus, andere ohne. So macht es auch der Spar Express am Südausgang, der mit 1,84 Euro für die Apfelschorle deutlich teurer ist als Rossmann, aber günstiger als die Nachbarn in der Bahnhofshalle. Das erschwert den Preisvergleich.

          Kaffee von Cuccis schmeckt

          Das Gleiche gilt für Kaffee. Den Becher Cappuccino gibt es oft im großen, mittleren und kleinen Format. Eine Snackbude, das Cuccis, hat sogar vier Formate im Angebot. Wie viel Flüssigkeit die unterschiedlichen Portionen bedeuten, verraten nur Starbucks und Tropic Snacks. Und natürlich ist Kaffee nicht gleich Kaffee. Mal kommt er von Tchibo, mal von Illy oder Segafredo. Für 1,70 Euro fanden wir bei Cuccis - das Unternehmen ist gleich dreimal in Frankfurt direkt auf dem Bahnsteig mit einem Büdchen vertreten - eine ordentliche Portion, die gut schmeckte. Soja- und lactosefreie Milch gibt es ohne Aufpreis. Der Tee kommt von Eilles und ist appetitlich und übersichtlich in einer Box sortiert.

          Beim Erscheinungsbild strengen sich die meisten Systemgastronomen an. Die moderneren Konzepten von Quicker’s, Cuccis und Tropic Snack gelingt das aber besser als den herkömmlichen Filialisten. Die Neuen wissen, wie man mit hellen Farben und flotten Schriftzügen die Kauflaune weckt.

          Sitzplätze gibt es in der Markthalle

          Erfreulich ist, dass es inzwischen zunehmend wieder einfache Brötchen gibt, die mit Butter statt Mayonnaise bestrichen sind und bei denen auf den Bluff schlapper grüner Salatblätter verzichtet wird, die nur für Volumen sorgen, aber nach nichts schmecken.

          Wer auf einen Zug wartet und sich vorher noch etwas stärken will, muss das im Übrigen nicht im Stehen erledigen. Die Markthalle hat genügend warme Sitzplätze an diversen Food-Stationen. Nicht immer muss man, um dort zu sitzen, auch etwas zu essen ordern. Sehr beliebt bei Reisenden ist die gratis W-Lan-Zone in der Markthalle. Hier können Besucher nicht nur in Ruhe E-Mails schreiben, sondern auch ihr Handy aufladen. Am Dienstag und Mittwoch dieser Woche, als viele Bahnfahrer wegen des Sturmtiefs „Niklas“ in der Warteschleife hingen, waren nahezu alle Steckdosen belegt.

          Ein warmes Mittagessen aus der gut-bürgerlichen Küche gibt es in der Markthalle bei Metzger Zeiss. Und jede Menge Mettbrötchen mit Zwiebeln (1,90 Euro). Das sollte man mit Rücksicht auf Mitreisende aber besser nicht mit in den Zug nehmen.

          Eiflers Stulle für 2,75 Euro

          Eiflers Stulle: Die beiden soliden Graubrotscheiben, in diesem Fall reichlich mit Salami, Käse, Ei, Tomate, Gurke und Salat belegt - es gibt auch exotischere Versionen - machen gut und nachhaltig satt. Unten drunter liegt zum Glück keine Majonnaise. Eine Butterstulle fast wie von Mutter für 2,75 Euro.

          Kronprinz von Kamps für 1,99 Euro

          Kronprinz von Kamps: Ein ganz normales Brötchen, dick und gut mit Maasdamer und Butter belegt, ohne Schnickschnack und Salat-Firlefanz. Besser hätten man es selbst nicht machen können. Preis: 1,99 Euro.

          Ficelle von Le Crobag, je nach Belag zwischen 2,95 und 3,95 Euro

          Ficelle von Le Crobag: Französisches Weißbrot, das wahlweise mit Serrano-Schinken (3,50 Euro), Leerdammer (2,95 Euro) oder, wie in diesem Fall, mit Siciliana Sauce, Rucola und Parmesan belegt ist (3,60 Euro). Ein ehrliches Produkt mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. In der neuesten Version gibt es das Ficelle auch mit Rindfleisch aus der Blockhouse-Fleischerei (3,95 Euro).

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