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Brauereikonzern auf Standortsuche : Wenige freie Flächen für Radeberger

Soll eine Frankfurter Marke bleiben, wenn es nach der Konzern-Mutter Radeberger geht: Binding Bild: Frank Röth

„Es gibt noch Flächen“, lautet die Antwort aus dem Frankfurter Wirtschaftsdezernat mit Blick auf die Standortsuche des Brauereikonzerns Radeberger-Gruppe. Nur reduziere sich die Auswahl auf einen „überschauberen Kreis“. Auch in der Region erscheint das Angebot nicht üppig.

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          „Es gibt noch Flächen“, lautet die knappe Antwort aus dem Wirtschaftsdezernat. Stadtrat Boris Rhein (CDU), zu dessen Aufgaben die Wirtschaftsförderung gehört, ist zwar im Urlaub. Aber es werde „mit Hochdruck“ nach Ersatzflächen für die Radeberger-Gruppe gesucht, sagt eine Sprecherin. Die Auswahl reduziere sich auf einen „überschaubaren Kreis“. Der Brauereikonzern mit den Marken Binding und Henninger will den Sitz in Sachsenhausen aufgeben, da er dort seine Entwicklung durch ein geplantes Wohnviertel in der Nachbarschaft bedroht sieht (Radeberger-Gruppe sucht neuen Standort).

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Doch ausreichend große Ausweichflächen sind in Frankfurt knapp. Das Unternehmen hat einen Bedarf von 15 Hektar angemeldet. Diese Summe steht zwar insgesamt im Gewerbegebiet Am Martinszehnten im nördlichen Stadtteil Kalbach noch zur Verfügung. Allerdings nicht an einem Stück, berichtet Frank Junker, Geschäftsführer der Frankfurter Aufbau AG, die das Gelände entwickelt. „Wir haben dort keine geeignete zusammenhängende Fläche mehr.“ Auch an anderen Orten der Stadt wird es eng. Problematisch etwa sei eine Ansiedlung auf der „grünen Wiese“, sagt der Sprecher des Planungsdezernats, Mark Gellert. Denn wegen der Versiegelung müsse andernorts eine Ausgleichfläche nachgewiesen werden. Die Stadt sei aber bestrebt, die Brauerei zu halten.

          Großraum Rhein-Main als Alternative

          Im Industriepark Höchst sind noch rund 50 Hektar frei, wie eine Sprecherin sagt. Allerdings ist das ehemalige Areal der Hoechst AG nach wie vor geprägt von Chemie- und Pharmabetrieben, zu denen sich weitere Unternehmen aus diesen Branchen und Biotech-Firmen gesellen sollen. Unternehmen aus der Lebensmittelindustrie befinden sich „nicht im Hauptfokus“ des Höchster Industriepark-Betreibers Infraserv. Dennoch sei der Einzelfall zu prüfen, heißt es.

          Sollte die Radeberger-Gruppe innerhalb der Frankfurter Stadtgrenzen nicht fündig werden, könnte die Standortsuche auf den Großraum Rhein-Main ausgedehnt werden, wie Ulrich Kallmeyer, Vorsitzender der Geschäftsführung des Brauereikonzerns sagt. Ein Blick nach Weiterstadt dürfte sich dabei nach dem Stand der Dinge nicht lohnen. Die von Radeberger gewünschten 15 Hektar Gewerbefläche mit guter Verkehrsanbindung abseits von Wohngebieten seien dort nicht vorhanden, so ein Sprecher der Stadt. Derzeit verfüge Weiterstadt noch über gut zehn Hektar Gewerbeflächen in der Nähe der A 5. Diese hängen indes nicht zusammen, sondern teilen sich auf ein acht Hektar und ein zweieinhalb Hektar großes Areal auf, zwischen denen eine Straße verläuft.

          FDP: Radeberger unbedingt in Frankfurt halten

          Ob die Stadt Eschborn eine 15 Hektar umfassende Fläche zu bieten hat, auf der ein Brau- und Logistikzentrum nebst Markenwelt gebaut werden könnte, war nicht in Erfahrung zu bringen. Die für das Standortmarketing zuständige Frankfurt/Rhein-Main GmbH vermochte kein Gewerbegebiet in der Region zu benennen, das den von Radeberger formulierten Bedingungen entspricht. Dies spricht für die Annahme, dass das Angebot an entsprechenden Arealen in der Region überschaubar sein dürfte.

          Unterdessen hat die FDP-Fraktion im Römer die schwarz-grüne Koalition und den Magistrat aufgefordert, alles zu unternehmen, um die Radeberger-Gruppe in Frankfurt zu halten. Die Äußerung, am liebsten in Frankfurt bleiben zu wollen, werten die Liberalen als ein sehr erfreuliches Bekenntnis zur Stadt.

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