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Brain Biotech : Hessische Biotech-Firma entwickelt alternative Gen-Schere

Alternative Gen-Schere: Anhand der Rotfärbung auf der Kulturplatte erkennt die Brain-Mitarbeiterin, ob die Genom-Editierung erfolgreich war. Bild: Brain Biotech

Auf dem Milliardenmarkt der revolutionären Gentechnik CRISPR/Cas mischt nun der Enzymspezialist Brain Biotech mit. Dass die Gen-Schere funktioniert, konnte das Unternehmen mit Hilfe eines Schimmelpilzes aus dem Badezimmer nachweisen.

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          Ein trüber Tümpel am Wegesrand. Ein Waldteich. Ein Weiher in Köln. Stehende, stinkende Gewässer, voller Algen, Schlingpflanzen und mysteriöser Luftblasen, die aufsteigen und auf der Oberfläche zerplatzen – ist hier die Zukunft der Genforschung zu finden? Michael Krohn glaubt es jedenfalls. Von rund 30 solcher Gewässer, die er Habitate nennt, haben er und seine Forscherkollegen vom Zwingenberger Biotech-Unternehmen Brain jeweils rund 20 Liter abgeschöpft. „Wir wollten sogar das Wasser aus Zooaquarien haben, das fanden die Tierpfleger aber gar nicht komisch“, erzählt Krohn.

          Falk Heunemann
          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Forschungschef bei Brain und sein Team suchen nach Phagen, Viren also, die Bakterien infizieren. Und in solchen Tümpeln kommt das besonders häufig vor. Schwierig ist diese Suche nicht gerade, in einem Liter Tümpelwasser, erklärt Krohn, lassen sich durchaus zehn Milliarden Phagen finden. Die Genome von Bakterien aus diesen Habitaten haben die Brain-Forscher analysiert, sequenziert, am Ende hatten sie 100 Millionen Gene erfasst, ein Datenvolumen von zwei Terabyte. Ausgedruckt ergäbe das fünf Millionen Bücher.

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